Raus aus Hotel Mama - Die erste eigene Wohnung

Veröffentlicht: 18.4.2019

Endlich mit der Schule fertig und den Ausbildungs- oder Studienplatz sicher? Dann ist es Zeit, nach der passenden Bleibe zu suchen und das Hotel Mama zu verlassen! Aber was muss man eigentlich beachten, wenn man seine eigenen vier Wände sucht? Und welche Möglichkeiten habe ich? Das möchten wir euch heute in diesem Artikel näherbringen:

Der Auszug aus dem Elternhaus ist natürlich ein sehr spannendes Thema. Endlich geht es raus in die Freiheit, denken zumindest die meisten als Erstes. Doch mit der ersten eigenen Wohnung beziehungsweise dem Auszug aus dem Elternhaus ist nicht nur Spaß und Freude verbunden: Unmengen an organisatorischen und finanziellen Dingen kommen auf dich zu, wenn du dich für den Auszug entscheidest. Einige davon möchten wir dir heute aufführen und ein paar Tipps und Ratschläge dazu geben.

Organisation I

Sobald der Gedanke von den eigenen vier Wänden einmal steht, geht es meist nicht mehr zurück, im Kopf ist man schon einige Schritte weiter. Doch man sollte nicht zu voreilig planen und beschließen; besser wäre es, sich erst einmal sehr genau Gedanken darüber zu machen, was einen erwartet und welche Ansprüche und Verfügbarkeiten man hat.

Das geht schon bei ganz allgemeinen Fragen los, wie zum Beispiel: Suche ich eine eigene Wohnung ,wenn ja, wie viele Zimmer? Oder vielleicht doch lieber nur ein WG-Zimmer, Studentenwohnheim, etc.?  Wie viel Platz möchte ich mindestens haben (qm²) und welches Stadtgebiet bevorzuge ich? (Nähe zur Uni etc.) Außerdem solltst du dir genauere Vorstellungen darüber machen wie die Wohnung sein soll.  Brauche ich einen Balkon und/oder Keller, brauche ich eine Garage? Wünsche wie, Badezimmer mit Fenster, Erdgeschosswohnung, Einbauküche etc. sollten auch vorab klar sein. Zuletzt solltest du dir die wichtigste Frage beantworten, lassen sich meine Wünsche mit meinem Budget vereinbaren?

Die Wohnungssuche ist nicht immer leicht, vor allem nicht in größeren Städten mit einem begehrten Wohnungsmarkt. Darüber solltet ihr euch von Vornherein klar sein und gegebenenfalls darauf vorbereitet sein, ein paar eurer Wünsche oder Ansprüche zurückzuschrauben oder auf die Warteliste zu setzen, wenn sich dadurch eine bessere Wohnungschance ergibt.

Welche Wohnart passt zu mir?

Um Euch mal einen Überblick über das Wohnen in Unistädten zu geben, haben wir die drei häufigsten "Wohnformen" hier für euch aufgelistet und erläutert: 

1. WG

Eine Wohngemeinschaft ist eine Wohnung, in der meist zwei bis vier Personen, zusammenleben.
Um an eine WG zu kommen, schaut man sich am besten im Internet um, oft gibt es auch Facebook-Gruppen, in denen Leute ihre freien Zimmer anbieten. Hat man etwas passendes gefunden, schreibt man meist eine E-Mail oder kann direkt anrufen, um einen Besichtigungstermin auszumachen.
In der E-Mail solltet ihr darauf achten, die Anrede anzupassen und auf die Anzeige einzugehen, also nicht an alle eine automatische Email schicken. So erhöht man die Chancen ins sogenannte “WG-Casting” eingeladen zu werden. Hier trifft man meist alle potenziellen Mitbewohner und nach einer Führung durch die Wohnung quatscht man noch ein bisschen zum Kennenlernen.

Wenn man dann erstmal sein WG-Zimmer beziehen kann, lernt man gleich neue Leute kennen und kennt bereits jemand in der neuen Stadt.

2. Wohnheim

Wohnheime werden meist vom Studentenwerk der Uni angeboten oder wenn man z.B. eine Ausbildung als Krankenpfleger/-in macht direkt vom Arbeitgeber. Sie haben den Vorteil, dass man ausschließlich mit anderen Stundenten/Azubis lebt, was eine besondere Atmosphäre schafft, denn dort ist immer was los. Manche Wohnheime bieten 1-Zimmer-Wohnungen, manche aber auch WGs an.
Die günstige Miete macht Wohnheime sehr beliebt und viele haben daher lange Wartezeiten, sodass man sich für die ersten Semester eine andere Bleibe suchen muss. Wenn man aber erstmal seinen Platz hat, ist das Leben dort super. Am Besten einfach mal auf der Website des Studentenwerks informieren!

3. Eigene Wohnung

Auch eine kleine Wohnung kann für den Auszug aus dem Elternhaus nett sein. Im eigenen Appartement ist man frei in der Gestaltung und muss sich nicht mit Mitbewohnern rumschlagen, mit denen man nicht zurecht kommt. Wohnungen findet man meist auch im Internet, aber auch in Zeitungen oder Facebook Gruppen. Hier solltet ihr, gerade in Großstädten, bei den Besichtigungen bereits Nachweise mitbringen, wie ihr die Wohnung bezahlen wollt (zum Beispiel Bürgschaft der Eltern), da ohne diese die Vermieter sich oft einfach für jemand anderes entscheiden.

Ob eigene Wohnung oder WG ist immer eine Typfrage, denn wer lieber in Gesellschaft ist sollte sich natürlich nicht für eine eigene Wohnung entscheiden. Aber die Ruhe und Selbstbestimmung kann auch seine Vorteile haben.

Organisation II

Wenn dann eine Wohnung gefunden ist, ist es damit natürlich noch nicht getan. Erstanschaffungen wie diverse Möbel, aber auch Haushaltsutensilien werden wohl in den allermeisten Fällen benötigt. Dies ist aber ein Aspekt, der oft viel zu sehr unterschätzt wird. Zum richtigen Wohnen ist meist doch mehr nötig, als nur ein Bett zum Schlafen und ein Kühlschrank fürs Essen. Hier lohnt es sich für Sparfüchse immer, Freunde und Bekannte nach ungenutzten Sachen zu fragen, die sie abzugeben hätten. Auch bei diversen (online) Flohmärkten gibt es oft kostengünstig neuwertige Utensilien zu erwerben – nachschauen lohnt sich!

Wie bei der Studienfinanzierung  gibt es auch für den Umzug/ das neue Heim Möglichkeiten, Unterstützung zur Finanzierung zu bekommen. Fördergelder können auch hier wieder in Form von zum Beispiel BaföG beantragt werden, wenn man bestimmte Bedingungen erfüllt. Bei wem zutrifft, dass er oder sie einen Erstausbildungsvertrag hat und deshalb wegzieht, kann evtl. Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) haben. Über die verschiedenen Optionen solltet ihr euch am Besten lieber früher als später kümmern, da ein Antrag auf staatliche Unterstützung seine Zeit in Anspruch nehmen kann.

Praxisbericht

Wie das Ganze dann in der Praxis funktioniert, erfahrt ihr hier von unserem Mitarbeiter Kim-Niklas. In unserem Interview erzählt er von seiner ersten Wohnung in Stralsund und seinem Auslandsaufenthalt in Schweden, wo er während seines Studiums gewohnt hat.

Kim-Niklas, 26, Marketing- und Personalverantwortlicher bei Schülerkarriere

Schülerkarriere: Hallo Kim-Niklas! Danke, dass du heute mit uns über die erste eigene Wohnung redest!

Kim-Niklas: Gerne.

Schülerkarriere: Wo hast du zuerst nach deinem Auszug gewohnt?

K-N: In einer 5er WG in einem Studentenwohnheim in meiner Unistadt. Zwei der fünf Mitbewohner waren Erasmus-Studenten aus den verschiedensten Ländern der Welt. Wir hatten Leute aus Argentinien, China, Spanien, oder auch Finnland bei uns. Mein Zimmer hatte 12 Quadratmeter und einen kleinen Balkon mit Aussicht auf die Ostsee. Meine Studentenzeit hier war wirklich schön.

Schülerkarriere: Was hat dir daran am Besten gefallen?

K-N: Am besten hat mir gefallen, dass ich mit Menschen aus so vielen Kulturen zusammengelebt habe, mit denen viel gelacht, gekocht und getrunken wurde. Dank diesem Austausch habe ich sehr an interkultureller Kompetenz gewonnen, die mir heute noch im Job zu Gute kommt.

Schülerkarriere: Was sind deine Tipps zur Wohnungssuche?

K-N: Man sollte sich die Wohnung vorher anschauen und eine Nacht drüber schlafen, bevor man sich entscheidet, oder voreilig etwas unterschreibt. Ich habe mich auf das Bauchgefühl verlassen, wie so oft im Leben bei wichtigen Entscheidungen.

Schülerkarriere: Was sollte man auf jeden Fall vermeiden bei der Wohnungssuche?

K-N: Immer den Mietvertrag gut durchlesen, damit man nicht von versteckten Kosten überrascht wird. Das ist Freunden von mir bereits passiert und kann bitter ausgehen.

Schülerkarriere: Tipps fürs WG-Casting?

K-N: Beim WG-Casting sollte man cool bleiben. Wenn ihr einfach ihr selbst seid, werdet ihr etwas finden, das zu euch passt. Im Gespräch mit den potentiellen Mitbewohnern sollte man einfach offen und ehrlich ihre Fragen beantworten und alle Fragen stellen, die man selbst hat.

Schülerkarriere: Was war für dich das Beste am Ausziehen?

K-N: Das Coolste am Ausziehen ist, dass man weniger Rücksicht auf die anderen nehmen muss und viel freier ist als zu Hause – ganz nach dem Motto“I’ve been looking for freedom!” (lacht)

Schülerkarriere: …und was war für dich am Schwersten?

K-N: Am Anfang vermisst man die Familie und die Heimat schon, vor Allem wenn es stressige Zeiten in der Uni gibt. Man ist auch nicht schnell mal eben zu Hause, wenn eine familiäre Feier oder sowas ansteht.

Schülerkarriere: Was hast du gelernt beim alleine Wohnen?

K-N: Ich habe gelernt, selbstständig zu sein und zu kochen (schmunzelt).

Schülerkarriere: Kim, wie war es, als du für dein Auslandssemester nach Schweden gezogen bist?

K-N: Während meines Auslandssemesters hatte ich die beste Zeit! Auch meine Wohnung war total cool, denn ich hatte in meinem Zimmer im Wohnheim mein eigenes Bad und einen Balkon. Schweden ist allgemein war zwar recht teuer, aber dank finanzieller Unterstützung meiner Eltern und Fördergeldern (z.B. Erasmus Fördergelder) konnte ich gut leben.

Kims WG beim geselligen Abend in Schweden!

Schülerkarriere: Das klingt auf jeden Fall nach einer coolen Zeit! Hast du noch etwas, das du unseren Lesern mit auf ihren Weg geben willst?

K-N: Die erste Zeit ohne Eltern kann ungewohnt sein, aber man gewöhnt sich schnell daran und dann ist es cool, auf eigenen Beinen zu stehen. Keep smiling! (lacht)

-Interview von Laura Draws




Wir wünschen viel Glück bei der Wohnungssuche!

Weitere Tipps&Tricks für den Bewerbungs- und Arbeitsalltag gibt's übrigens hier. Schaut gerne mal vorbei!