Schule 2.0

Veröffentlicht: 17.3.2021

Schule hat im 19. Jahrhundert mit der Einführung der allgemeinen Schulpflicht einen Quantensprung gemacht, doch seitdem hat sie sich trotz kleiner Reformen nicht mehr wesentlich verändert. Es wird Zeit, dass auch die Schule endlich im 21. Jahrhundert ankommt. Welche Voraussetzungen sind dafür zu leisten?
 

Angepasste und entschlackte Lehrpläne


Selbst wenn eine humanistische Grundbildung eine gute Voraussetzung für die Schulung bildet, so herrscht doch offensichtlich ein nicht mehr zu rechtfertigendes Ungleichgewicht zwischen fünf Wochenstunden Latein und einer Stunde Informatik, für die u. U. nicht einmal ein eigener Computerarbeitsplatz zur Verfügung steht. Auch Grundlagen wie Buchhaltung vermitteln nur wenige darauf spezialisierte Schulen. Eine grundlegende Überarbeitung der Lehrpläne ist also zu erwägen. Denn ausgefeilte Kenntnisse über Sonette und Oden werden nicht helfen, die Herausforderungen der Zukunft zu bestehen
 

Störungsfreie und intelligente Schulsoftware


Überwiegend haben es die Stundenplan-Macher an den meisten Schulen geschafft vom Stecksystem an der Wand auf Softwareprogramme zu wechseln, auch wenn diese häufig noch selbst zusammengeschustert sind. Eine übergreifende Softwarelösung fehlt, die für alle Beteiligten am schulischen Leben, also Lehrer, Eltern und Schüler, zugänglich und unkompliziert verfügbar ist. Immer noch tragen Lehrer die Noten in ein kleines Notenbüchlein ein und berechnen die Noten am Jahresende mit einem Taschenrechner. Zwar hat der Schüler das Recht nach seinen Bewertungen zu fragen, doch dies ist manchmal eine unangenehme Prozedur und nicht selten wird er auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet, weil das Notenbuch gerade nicht greifbar ist. Deshalb sind die Noten im Zeugnis u. U. tatsächlich eine Überraschung für die Schüler und in noch größerem Umfang für die Eltern, die gern früher helfend und fördernd eingegriffen hätten, wenn sie zeitnah die Noten und Prüfung hätten abfragen können. Ein Kriterium, das bei umfassenden Softwarelösungen für Schulen im Mittelpunkt im Vordergrund stehen sollte, ist natürlich die Vernetzung und digitale Präsentation des Schulstoffes. Da die Mitglieder keine IT-Fachleute sind muss Schulsoftware kinderleicht zu bedienen sein und die Möglichkeit Inhalte des Internets zu sperren, wenn diese für Jugendliche nicht geeignet erscheinen. Auch Distanzunterricht wird sich in Zukunft immer mehr durchsetzen. Damit die Softwarelösung nicht wieder aus Stückwerk besteht, gilt es, den richtigen Anbieter dafür zu finden. Natürlich sollten Hard- und Software aufeinander abgestimmt sein.
 

Vorbereitung auf das Leben nach der Schule


 Alle Schüler haben zwar schon oft gehört: Non vitae sed scolae discimus. Doch was Seneca schon wusste, setzen heutige Schulen noch immer nicht um. Schüler haben so gut wie keine Erfahrung in der Berufswelt. Häufig müssen sie sich selbst um Praktika bemühen, damit sie in ihrem Lebenslauf wenigstens etwas vorzuweisen haben. Mit dem Ende der Schulzeit sind die Schüler dann endgültig auf sich allein gestellt, schon Bewerbungen erfolgreich zu gestalten bleibt ihrem eigenen Engagement überlassen. Auch bei bedeutenden Entscheidungen, wie den richtigen Studienplatz zu finden, bieten Schulen heute kaum Hilfen an. So sind die Vorzüge eines Dualen Studiums vielen Lehrern immer noch gänzlich unbekannt.
 
Es bleibt zu hoffen, dass Deutschland zu einem modernen Bildungsstandort wird, denn bekanntlich ist hier Bildung die wichtigste Grundlage für Wohlstand, denn über Bodenschätze verfügt es nicht. Noch ist deutsche Bildung weltweit geschätzt und viele Studenten bemühen sich um einen Studienplatz in Deutschland, nicht zuletzt, weil keine Studiengebühren anfallen.