Coming-Out am Arbeitsplatz?

Coming Out am Arbeitsplatz
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Nach der im Jahr 2017 erschienenen „Out im Office“-Studie von Dominic Frohn spricht ein Drittel aller Angestellten mit niemanden oder nur wenigen Kollegen/Kolleginnen offen über ihre sexuelle Identität. Gehörst Du zu diesem Drittel und bist Dir unsicher, ob Du Dich am Arbeitsplatz outen solltest?

Soll ich mich am Arbeitsplatz outen? – Eine Entscheidungshilfe

Out am Arbeitsplatz zu sein ist für viele Lesben, Schwule und Bisexuelle ein Befreiungsschlag, da sie keine Energie mehr dafür einsetzen müssen, ihre sexuelle Orientierung zu verheimlichen und fortan offener mit ihren Kollegen/Kolleginnen umgehen können. Zudem macht es produktiver.

Das AGG verbietet die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität. Nichtsdestotrotz sollte ein Coming-Out wohlüberlegt sein, wenn die Gefahr besteht, dass es den Arbeitsplatz kosten könnte. Vor allem bei kirchlichen Arbeitgebern könnte es nach einem Outing nach wie vor Probleme geben.

Mache Dir bewusst, welches Klima an Deinem Arbeitsplatz herrscht. Gibt es andere geoutete Kollegen/Kolleginnen? Sollte Dein Unternehmen ein LGBT-Netzwerk haben, setze Dich mit Ihnen in Kontakt. Sie können Dir einen persönlichen Einblick darin geben, was es bedeutet, im Unternehmen offen out zu sein. Werden diskriminierende Witze gemacht? Ist die Atmosphäre eher freundschaftlich geprägt? Welche Rolle spielt Diversity in Deinem Unternehmen bzw. hat Dein Unternehmen ein Arbeitgebersiegel, eine Auszeichnung für LGBT-Aktivitäten erhalten oder gibt es unternehmensinterne Richtlinien bezüglich des Umgangs miteinander?

Eine weitere Rolle kann zudem spielen, wie oft und ob überhaupt am Arbeitsplatz über das Privatleben geredet wird. Musst Du persönlichen Fragen oft aus dem Weg gehen?

Insgesamt ist es nicht immer einfach die Entscheidung abzuwägen. Mache Dir bewusst, dass Du mit Deinen Kollegen vielleicht noch viele Jahre zusammenarbeiten musst. Out oder Nicht-Out: beides hat seine Vor- und Nachteile.

Ich will mich outen – was nun?

Sich am Arbeitsplatz zu outen, kann auf verschiedenen Wegen erfolgen. Das muss nicht unbedingt in großer Gruppe geschehen. Überlege Dir, welcher Weg Dir am liebsten ist. Am leichtesten ist es, wenn Du zuerst mit einem Kollegen/einer Kollegin sprichst, der/die selbst LGBT ist oder LGBT unterstützt. So hast Du beim Outing gegenüber anderen Kollegen/Kolleginnen immer eine Person, die dich unterstützt.

Sei locker bei Deinem Outing. Für das Gegenüber ist es auch eine neue Situation und sie kann im ersten Moment vielleicht etwas überfordert sein. Erwarte daher auch nicht gleich eine Reaktion auf Dein Coming-Out.

Zum Start der Unterhaltung bieten sich LGBT-bezogenen Nachrichten, Filme, Serien oder Themen als Eisbrecher an. Auch indirekt kannst Du Dich outen – lass Dich bspw. von Deinem Partner/Deiner Partnerin von der Arbeit abholen oder stelle ein Foto von ihm/ihr auf Deinem Schreibtisch am Arbeitsplatz auf. Bist Du Single macht es auch z. B. ein Sticker mit einer Regenbogenflagge.

 

 

 

 

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