Soziale Versicherungen

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Mit diesem Blogeintrag möchten wir Dich über gesetzlich vorgeschriebene, soziale Versicherungen, während Deiner Ausbildung, aufklären. Die gesetzlichen Versicherungen sind für Dich verpflichtend. Sprich, sie werden Dir direkt von Deinem Lohn (Brutto) abgezogen.

Krankenversicherung

Die gesetzliche Krankenversicherung ist eine Absicherung für Krankheiten und Schwangerschaft. Arbeitnehmer und Auszubildende sind Pflichtversichert, wenn sie monatlich mehr als 450 € Brutto verdienen. Menschen die Arbeitslosengeld oder Arbeitslosengeld 2 beziehen sind auch versichert. Studierende, die jünger als 31 sind, sind auch bis zum Abschluss des 14. Fachsemesters versichert. Familienmitglieder von Versicherten sind auch mitversichert. Kinder sind spätestens ab dem 25. Lebensjahr nicht mehr mitversichert. Menschen mit Behinderung bleiben jedoch unbegrenzt mitversichert.

Wichtige Leistungen der Krankenversicherung sind zum Beispiel ärztliche/zahnärztliche Behandlung, Krankengeld, Behandlungen im Krankenhaus, Früherkennungen von Krankheiten, Versorgung von Arzneimitteln und Leistungen bei der Schwangerschaft.

Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssen durchschnittlich je 7,3 % des Bruttolohns bezahlen. Der Zusatzbeitrag liegt bei 1,1 Prozent. Wer Jährlich über 56.250 € verdient kann sich aussuchen, ob er weiter gesetzlich oder Privat versichert sein möchte. Selbstständige und Beamte können es auch selbst entscheiden. Bei der Privatversicherung richtet sich die Höhe der Prämie nach Alter, Geschlecht, individuellen Krankheitsrisiken und dem gewählten Umfang des Versicherungsschutzes, und nicht nach dem Gehalt wie bei der Pflichtversicherung.

Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung ist dafür da, dass Menschen die Pflegebedürftig sind mit Geldleistungen und Sachleistungen unterstützt werden. Versichert ist jeder, der bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist.Kinder, Ehepartner und Lebensgefährten, die monatlich weniger als 450 € verdienen. Menschen die Arbeitsgeld 2 beziehen und Teilnehmer am Bundesfreiwilligendienst sind auch mitversichert. Wenn man privat krankenversichert ist, muss man eine private Pflege-Pflichtversicherung abschließen.

Es wird bei der Pflegeversicherung nach 5 Pflegegraden unterschieden. Pflegegrad 1 ist noch geringe Beeinträchtigung. Pflegegrad 5 ist schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit. Der Pflegegrad wird danach entschieden, wie viel Unterstützung sie brauchen. Ob die betroffenen Körperliche Einschränkungen haben oder ob sie an Krankheiten wie Demenz leiden, spielt dabei aber keine Rolle.

Bei der ambulanten Pflege werden die betroffenen Personen von Pflegediensten oder angehörigen im eigenen Zuhause betreut. Bei der Stationären Pflege werden Pflegebedürftige Menschen in Pflegeheimen oder in Kliniken betreut.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen beide jeweils 1,275 % ihres Bruttoeinkommens als Betrag zahlen. Sollte man keine Kinder haben muss man noch 0,25 % zusätzlich bezahlen. Das gilt aber nur für Menschen unter 23 Jahren. In Sachsen müssen die Arbeitgeber 0,675 % und die Arbeitnehmer 1,675 %. Die Grenze liegt bei 50.850 € im Jahr. Diese Ausnahme besteht, weil es in Sachsen noch Buß- und Bettag gibt. Dieser Feiertag wurde 1995 mit der Einführung der Pflegeversicherung in allen anderen Bundesländern abgeschafft. Die Prämien richten sich nach dem Alter bei Versicherungsbeginn.

Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung ist Zuständig für die Auszahlung der Rente an Versicherte und für die Unterstützung der Wiedereingliederung in das Arbeitsleben. Versichert sind unter anderem Arbeitnehmer, Auszubildende, Teilnehmer am freiwilligen Wehrdienst oder Bundesfreiwilligendienst sowie bestimmte Gruppen von Selbstständigen. Außerdem zahlt der Bund für die ersten 3 Lebensjahre eines Kindes.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer  zahlen jeweils 9,35 % ihres Bruttolohns. Zuschüsse gibt es außerdem noch vom Bund.

Die Rentendauer hängt davon ab, wie lange er gearbeitet hat, wie hoch sein Gehalt war und was er an Beiträgen eingezahlt hat. Bei einer langen Karriere mit hohem Verdienst, gibt es dann also auch viel Rente.

Unfallversicherung

Die gesetzliche Unfallversicherung versichert Arbeitnehmer gegen die Folgen von Arbeitsunfällen und Berufserkrankungen. Versichert sind Arbeitnehmer, Auszubildende, Schüler und Studierende. Der Schutz besteht auf dem Arbeitsplatz, der Schule und auf dem Hin- und Rückweg zum Arbeitsplatz oder zur Schule. Falls der Betrieb oder die Schule einen Ausflug unternimmt, ist man dort ebenfalls versichert.

Die wichtigsten Aufgaben der Unfallversicherung sind die Vorbeugung von Arbeitsunfällen und Wegeunfälle, sowie die Prävention von arbeitsbedingten Unfällen. Die Gesundheit der betroffenen nach einem Unfall oder einer Berufskrankheit wieder herzustellen. Außerdem sorgt sie durch Geldleistungen für die Entschädigung bei Betroffenen oder Hinterbliebenen.

Die Unfallversicherung ist die einzige Sozialversicherung wo nur der Arbeitgeber die Kosten übernimmt. Die Höhe des Beitrags ist jedoch je nach Träger unterschiedlich. Die Unfallversicherung übernimmt nicht nur die Kosten für die Behandlung bei einem Arzt oder für Rehabilitationsmaßnahmen, sondern auch für Umschulungen, falls diese nötig sind oder für Unfallrente, wenn man nach einem Unfall nicht länger arbeiten kann.

Arbeitslosenversicherung

Die Arbeitslosenversicherung ist dafür da, dass man bei Arbeitslosigkeit immer noch Geld bekommt. Versichert sind Arbeitnehmer und Auszubildende, die mehr als geringfügig beschäftigt sind. Wenn man also unter 450 € verdient, ist man nicht abgesichert.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen jeweils 1,5 % ihres Bruttolohns als Beitrag bezahlen. Aus den Beiträgen wird dann das Arbeitslosengeld und die Arbeitsförderung bezahlt.

Die Grenze Beitragszahlung liegt monatlich bei 6.200 € im Westen und bei 5.400 € im Osten. Sollte man mehr verdienen, muss man allerdings trotzdem nur bis zu dieser Grenze bezahlen.

 

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