Ausbildung
Als Beamt:in im mittleren nichttechnischen Dienst des Wetterdienstes arbeitest du beim Deutschen Wetterdienst (DWD) – der nationalen meteorologischen Behörde Deutschlands. Du erfasst, dokumentierst und verarbeitest Wetterdaten, die täglich Millionen von Menschen, Fluggesellschaften, Landwirtschaftsbetriebe, Katastrophenschutzbehörden und viele andere verlässlich erreichen. Dieser Beruf verbindet naturwissenschaftliche Neugier mit präziser Beobachtungsarbeit und bietet dir einen einzigartigen Blick auf das, was über unseren Köpfen geschieht – Schicht für Schicht der Atmosphäre.
Das zentrale Aufgabenfeld im mittleren nichttechnischen Wetterdienst ist die meteorologische Beobachtung und Datenerfassung. Du bedienst und überwachst automatische Wetterstationen, nimmst regelmäßig manuelle Beobachtungen vor und erfasst meteorologische Parameter wie Temperatur, Luftdruck, Windgeschwindigkeit, Niederschlag, Bewölkung und Sichtweite. Diese Messungen finden nach internationalen Standards statt – oft stündlich oder sogar häufiger – und werden in weltweite Datennetzwerke eingespeist.
Ein weiterer wichtiger Bereich ist die aerologische Beobachtung: Du startest Radiosondenballons, die mit Messinstrumenten bestückt sind und auf ihrem Aufstieg in die obere Atmosphäre Temperatur, Feuchte und Wind in verschiedenen Höhen messen. Diese Daten sind unverzichtbar für die Wettervorhersage und die Kalibrierung von Klimamodellen. An spezialisierten Standorten arbeitest du auch mit Radarsystemen oder Geräten zur Messung von Strahlung und Luftqualität.
Neben der reinen Beobachtungsarbeit gehören auch Datenkontrolle, -aufbereitung und -weitergabe zu deinen Aufgaben. Du prüfst die Qualität der erfassten Messwerte, dokumentierst Besonderheiten und leitest die Daten an die Wettervorhersagezentralen weiter. Je nach Einsatzbereich kannst du auch in der Klimadatenauswertung tätig sein – etwa bei der Erstellung von Klimastatistiken oder der Pflege langjähriger Messreihen, die für die Klimaforschung unverzichtbar sind.
Es ist von Vorteil, wenn du einige der folgenden Fähigkeiten bereits mitbringst. Diese kannst du jedoch im Laufe der Ausbildung und deines Berufslebens weiter aufbauen und erweitern.
Für die Ausbildung zur Beamt:in im mittleren nichttechnischen Dienst des Wetterdienstes beim Deutschen Wetterdienst wird in der Regel ein mittlerer Schulabschluss mit guten Noten in Mathematik, Physik und Geografie vorausgesetzt. Da es sich um Bundesbeamte handelt, musst du die deutsche Staatsangehörigkeit oder die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedsstaats besitzen, gesundheitlich geeignet sein und ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis vorweisen können. Da der DWD rund um die Uhr arbeitet, ist die Bereitschaft zum Schichtdienst – einschließlich Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienst – eine zwingende Voraussetzung. Der Vorbereitungsdienst dauert zwei Jahre und findet in Praxisabschnitten an Wetterstationen und DWD-Dienststellen sowie in theoretischem Unterricht statt. Stellen werden zentral über den Deutschen Wetterdienst mit Hauptsitz in Offenbach am Main ausgeschrieben.
Als Beamt:in im mittleren Wetterdienst arbeitest du ausschließlich beim Deutschen Wetterdienst, der als Bundesoberbehörde dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr unterstellt ist. Der DWD betreibt ein bundesweites Netz aus Wetterstationen, Radiosondenstationen, Radarstandorten und Klimamessstationen. Du kannst an verschiedenen Standorten eingesetzt werden – von großen Flughafenwetterwarten über regionale Klimamessstationen bis hin zu spezialisierten Beobachtungsposten.
Mit wachsender Erfahrung kannst du dich auf bestimmte Bereiche spezialisieren – etwa auf Luftfahrtmeteorologie, Klimadatenauswertung, Agrarmeteorologiе oder den Bereich Unwetterwarnungen. Der Aufstieg in den gehobenen Dienst ist über ein Studium möglich, zum Beispiel in Meteorologie, Atmosphärenwissenschaften oder Geophysik. Fortbildungen werden vom DWD intern sowie über die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und europäische Partnerinstitutionen angeboten – dieser Beruf hat also auch eine internationale Dimension.
Dein Arbeitsalltag ist durch feste Beobachtungsrhythmen geprägt – Messungen finden nach international festgelegten Terminen statt, oft zur vollen und halben Stunde. Du überprüfst Messinstrumente und Stationsgeräte, nimmst Ablesungen vor, gibst Meldungen in internationale Datennetzwerke ein und dokumentierst besondere Wettererscheinungen. Automatische Messsysteme übernehmen einen Teil der Arbeit – deine Aufgabe ist es, diese zu überwachen, zu pflegen und bei Ausfällen oder Auffälligkeiten einzugreifen.
An Radiosondenstationen bereitest du Ballonstarts vor, befüllst die Ballons mit Helium oder Wasserstoff, koppelst die Messsonde an und startest den Aufstieg zu festgelegten Zeiten. Die Daten des Sondenaufstiegs verfolgst du in Echtzeit und sicherst sie für die weitere Verarbeitung. Je nach Standort bist du auch an der Erstellung lokaler Wetterberichte oder der Kommunikation mit Flugwetterwarten beteiligt. Der Schichtdienst bedeutet, dass du auch nachts, an Wochenenden und an Feiertagen arbeitest – denn das Wetter macht keine Pause.
Während des Vorbereitungsdienstes erhältst du eine Anwärtervergütung, die beim Bund in der Regel zwischen etwa 1.100 und 1.400 Euro brutto im Monat liegt. Nach der Laufbahnprüfung und der Übernahme als Beamt:in auf Probe richtet sich dein Gehalt nach dem Bundesbesoldungsgesetz. Im mittleren Dienst startest du in der Regel in der Besoldungsgruppe A6 oder A7, was einem Grundgehalt von circa 2.300 bis 2.700 Euro brutto entspricht. Für Schichtdienst, Nachtarbeit sowie Sonn- und Feiertagsdienst erhältst du zusätzliche Zulagen, die das Einkommen spürbar erhöhen können. Hinzu kommen die üblichen Vorteile des Bundesbeamtenstatus: Beihilfe im Krankheitsfall, Familienzuschläge und eine sichere Altersversorgung durch die Beamtenpension.
Als Beamt:in im Wetterdienst bist du Teil eines weltweiten Netzwerks aus Beobachter:innen, das rund um die Uhr Daten liefert, auf die sich Millionen von Menschen täglich verlassen. Deine Arbeit ist still, aber grundlegend – ohne verlässliche Messdaten gibt es keine genaue Wettervorhersage, keinen Unwetterschutz und keine seriöse Klimaforschung. Wenn du Naturwissenschaften liebst, gerne genau arbeitest und einen Beruf mit echtem Beitrag zur Allgemeinheit suchst, ist der Wetterdienst eine besondere und sinnvolle Wahl.