Studium
Das Cello hat eine einzigartige Qualität unter allen Streichinstrumenten: Es klingt dem menschlichen Stimmumfang am nächsten – warm, tief, resonant und von einer emotionalen Unmittelbarkeit, die kaum ein anderes Instrument erreicht. Johann Sebastian Bach schrieb für es die sechs Cellosuiten, eines der bedeutendsten Werke der gesamten Musikgeschichte. Robert Schumann, Antonín Dvořák, Édouard Lalo und Edward Elgar schufen Cellokonzerte, die bis heute zu den meistgespielten des Orchestersrepertoires zählen. Wer Cello an einer Musikhochschule studiert, wählt ein Instrument mit einem der reichhaltigsten Repertoires, der stärksten Orchesterpräsenz und einer ganz besonderen Klangwelt. Es ist ein körperlich intensives, technisch hochanspruchsvolles und musikalisch zutiefst befriedigendes Studium. Der Bachelor of Music (B.Mus.) im Fach Cello wird an allen deutschen Musikhochschulen angeboten und bereitet auf eine Karriere als Solist:in, Orchestermitglied oder Kammermusiker:in vor.
Cello wird als künstlerischer Bachelor-Studiengang (B.Mus.) an allen deutschen Musikhochschulen angeboten. Die Regelstudienzeit beträgt acht Semester. Die Zulassung erfolgt ausschließlich über eine Eignungsprüfung. Das Cello ist ein zentrales Orchesterinstrument – die Konkurrenz um Studienstellen ist hoch, aber es gibt auch entsprechend viele Orchesterplätze auf dem Arbeitsmarkt.
Das Herzstück des Studiums ist der Einzelunterricht im Hauptfach Cello. Das Repertoire ist außergewöhnlich reich: Die sechs Cellosuiten von Johann Sebastian Bach sind das absolute Kernrepertoire – jede:r Cellist:in arbeitet ein Leben lang an ihnen. Dazu kommen die großen Solokonzerte von Dvořák, Schumann, Elgar, Haydn, Saint-Saëns und Schostakowitsch sowie Cellosonaten von Beethoven, Brahms, Debussy und Prokofjew. Technische Grundlagen – Bogentechnik, Lagenwechsel, Daumenlage, Vibrato, Intonation – werden im Einzelunterricht systematisch entwickelt. Orchesterstudium und gezielte Vorbereitung auf Probespiele sind wichtige Bestandteile. Kammermusik – besonders im Streichquartett, dem Klaviertrio und anderen gemischten Besetzungen – ist Pflicht und gleichzeitig eine der größten Freuden des Cellistenlebens. Musiktheorie, Gehörbildung und Musikgeschichte ergänzen das Studium.
Es ist von Vorteil, wenn Du einige der folgenden Fähigkeiten bereits mitbringst. Diese kannst Du jedoch im Laufe des Studiums und Deines Berufslebens weiter aufbauen und erweitern.
Die Zulassung erfolgt ausschließlich über eine Eignungsprüfung mit Vorspiel aus verschiedenen Epochen – obligatorisch eine Bach-Suite oder ein Teil davon – sowie einem Konzert oder einer Sonate. Musiktheorie und Gehörbildung werden zusätzlich geprüft. Die allgemeine Hochschulreife ist formale Voraussetzung. Das Spielniveau sollte dem Ende einer professionellen Vorausbildung entsprechen. Wichtige Förderwege sind Jungstudierendenprogramme an Musikhochschulen sowie die Teilnahme an Wettbewerben wie „Jugend musiziert".
Cellist:innen haben mit dem Orchester einen starken institutionellen Arbeitgeber. In deutschen Berufsorchestern gibt es in der Regel acht bis zwölf Cellostellen – mehr als bei vielen anderen Instrumenten – was die Chancen auf eine Festanstellung etwas besser macht als bei einigen Soloinstrumenten. Als Orchestermusiker:in arbeitest Du in einem Berufsorchester mit festem Gehalt nach Orchestertarif. Als Kammermusiker:in – besonders im Streichquartett – konzertierst Du national und international. Als Solist:in baust Du eine Karriere durch Wettbewerbe und Konzerteinladungen auf. Als Cellolehrer:in an Musikschulen oder in der Privatpraxis unterrichtest Du Nachwuchsmusiker:innen.
Als Orchestermusiker:in in einem deutschen Berufsorchester richtet sich das Gehalt nach dem Deutschen Orchestertarifvertrag und liegt im Einstieg zwischen 2.100 und 3.500 Euro brutto monatlich. Als Cellolehrer:in an einer öffentlichen Musikschule nach TVöD liegen die Jahresgehälter im Einstieg bei 35.000 bis 48.000 Euro. Als freischaffende:r Solist:in oder Kammermusiker:in variiert das Einkommen je nach Karrierestufe und Auftragslage.
Cello zu studieren bedeutet, sich einem der ausdrucksstärksten Instrumente der Welt zu widmen – einem Instrument, das singt, weint, jubelt und flüstert wie kaum ein anderes. Es ist ein Studium für Musiker:innen, die Tiefe suchen: in der Musik, im Klang und in sich selbst. Wer bereit ist, die Jahre des Aufbaus zu investieren, findet in der Cellistenkarriere ein Berufsfeld mit echter künstlerischer Erfüllung – im Orchester, in der Kammermusik, auf der Solobühne oder im Unterrichten.

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