Ausbildung
Als Fachpraktiker:in in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik – kurz SHK – hilfst du dabei, dass in Gebäuden warmes Wasser fließt, die Heizung läuft und die Luft richtig zirkuliert. Du unterstützt bei der Installation, Wartung und Reparatur von Wasserinstallationen, Heizsystemen und Lüftungsanlagen. Dieser Beruf ist praktisch, abwechslungsreich und wird überall gebraucht – denn ohne funktionierende Sanitär- und Heizungstechnik geht in keinem Haus etwas. Die Ausbildung ist speziell auf Menschen zugeschnitten, die besondere Unterstützung beim Lernen benötigen, und begleitet dich Schritt für Schritt durch alle wichtigen Handgriffe und Kenntnisse.
Die Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik ist ein breites Handwerksfeld, das sich um alles dreht, was mit Wasser, Wärme und Luft in Gebäuden zu tun hat. Als Fachpraktiker:in lernst du die grundlegenden Arbeitsschritte in diesem Bereich. Im Sanitärbereich lernst du, wie Wasserleitungen verlegt werden, wie Armaturen – also Wasserhähne, Duschköpfe und Absperrventile – eingebaut und ausgetauscht werden und wie Waschbecken, Toiletten und Badewannen angeschlossen werden. Du lernst, Rohre zu messen, zu schneiden und richtig zu verbinden.
Im Heizungsbereich lernst du, wie Heizungsrohre verlegt werden, wie Heizkörper montiert und angeschlossen werden und wie einfache Wartungsarbeiten an Heizungsanlagen durchgeführt werden. Du lernst außerdem, wie man Heizkreisläufe befüllt und entlüftet und wie man überprüft, ob eine Anlage richtig funktioniert. Im Bereich Lüftung und Klimatechnik lernst du Grundlagen zu Lüftungskanälen, Ventilatoren und einfachen Klimaanlagen – also wie Luft in Gebäuden gezielt geführt wird.
Neben diesen Fachkenntnissen lernst du auch, Werkzeug und Maschinen richtig einzusetzen und zu pflegen, Arbeitssicherheit auf der Baustelle einzuhalten und deinen Arbeitsplatz sauber zu halten. Du arbeitest immer zusammen mit erfahrenen Fachleuten und Ausbilder:innen, die dir zeigen, wie alles geht.
Es ist von Vorteil, wenn du einige der folgenden Fähigkeiten bereits mitbringst. Diese kannst du jedoch im Laufe der Ausbildung und deines Berufslebens weiter aufbauen und erweitern.
Die Ausbildung zur Fachpraktiker:in in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik ist eine zwei- bis dreijährige Berufsausbildung nach § 66 Berufsbildungsgesetz (BBiG) und § 42r Handwerksordnung (HwO). Sie richtet sich an Menschen, die aufgrund einer Behinderung die reguläre Ausbildung zum:r Anlagenmechaniker:in SHK (dreieinhalb Jahre) nicht oder nur mit erheblichen Schwierigkeiten absolvieren können. Einen bestimmten Schulabschluss brauchst du formal nicht – ein Förderschulabschluss oder ein einfacher Hauptschulabschluss reicht in der Regel aus. Körperliche Eignung ist wichtig: Du solltest in der Lage sein, auf Leitern zu steigen, in engen Räumen zu arbeiten, schwere Materialien zu tragen und über mehrere Stunden körperlich aktiv zu sein. Du bewirbst dich direkt bei SHK-Handwerksbetrieben oder bei Berufsbildungswerken, die diese Ausbildung anbieten. Die Berufsschule begleitet die Ausbildung fachlich und ist auf den Förderbereich ausgerichtet.
Nach der Ausbildung arbeitest du in SHK-Handwerksbetrieben, bei Wohnungsbaugesellschaften, in der Gebäudetechnik großer Unternehmen oder im Facility Management. SHK-Fachkräfte werden überall gebraucht – der Bedarf ist bundesweit hoch und wächst durch die Energiewende und die zunehmende Bedeutung von Wärmepumpen, Solaranlagen und moderner Haustechnik sogar weiter.
Wer nach der Ausbildung merkt, dass er oder sie mehr leisten kann, hat die Möglichkeit, durch eine Externenprüfung oder Anrechnung von Ausbildungszeiten in Richtung der regulären Anlagenmechanikerausbildung SHK weiterzugehen. Auch Weiterbildungen in verwandten Bereichen – etwa Heizungstechnik, erneuerbare Energien oder Gebäudeautomation – sind möglich. Die Agentur für Arbeit und das Integrationsamt können dabei helfen, den richtigen nächsten Schritt zu finden.
Dein Arbeitsalltag findet auf wechselnden Baustellen statt – in Neubauten, bei Renovierungen oder bei Reparatureinsätzen in Wohnungen und Gebäuden. Du fährst mit deinem Team zur Baustelle, bereitest Werkzeug und Material vor und arbeitest dann die Aufgaben des Tages ab. Das kann das Verlegen von Heizungsrohren sein, der Einbau eines neuen Heizkörpers, das Anschließen eines Waschbeckens oder die Überprüfung einer bestehenden Anlage.
Du arbeitest oft in kleinen Teams und stehst in engem Kontakt mit deinen Kolleg:innen und Ausbilder:innen. Manchmal arbeitest du in engen Räumen wie Kellern oder unter Waschbecken, manchmal auf einer großen Baustelle mit vielen anderen Gewerken. Am Ende des Tages räumst du deinen Bereich auf, reinigst Werkzeug und fährst mit dem Team zurück. Die Abwechslung durch verschiedene Baustellen und Aufgaben macht diesen Beruf lebendig und interessant.
Während der Ausbildung erhältst du eine Ausbildungsvergütung, die je nach Betrieb und Tarif zwischen etwa 500 und 850 Euro brutto im Monat liegen kann. In Berufsbildungswerken oder sozialen Einrichtungen kann die Vergütung abweichen – frag direkt beim Ausbildungsbetrieb nach. Nach der Ausbildung richtet sich dein Gehalt nach dem jeweiligen Betrieb und dem geltenden Tarif im SHK-Handwerk. Einsteiger:innen können mit einem Gehalt von etwa 1.900 bis 2.400 Euro brutto rechnen, je nach Region und Betrieb. Da SHK-Fachkräfte stark nachgefragt sind, sind die Verdienstmöglichkeiten in diesem Bereich vergleichsweise gut. Menschen mit Schwerbehinderung haben Anspruch auf bestimmte Förderungen und Nachteilsausgleiche – die Agentur für Arbeit und das Integrationsamt helfen dir, die passenden Unterstützungsangebote zu finden.
Als Fachpraktiker:in in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik erlernst du ein Handwerk, das in jedem Haus, jeder Wohnung und jedem Gebäude gebraucht wird. Deine Arbeit ist sichtbar, nützlich und macht für die Menschen, denen du hilfst, einen echten Unterschied. Wenn du technisch neugierig bist, gerne anpackst und ein Handwerk lernen möchtest, das zukunftssicher und überall gefragt ist, ist diese Ausbildung ein starker und lohnender Einstieg in die Arbeitswelt.