Ausbildung

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Fachpraktiker:in Elektroniker:in

Als Fachpraktiker:in Elektroniker:in arbeitest du mit Strom, Leitungen, Schaltern und elektrischen Anlagen. Du hilfst dabei, Gebäude und Anlagen mit Strom zu versorgen, Kabel zu verlegen, Steckdosen und Schalter einzubauen und elektrische Geräte zu installieren und zu prüfen. Dieser Beruf ist technisch, praxisnah und ideal für dich, wenn du weißt, wie Elektrik funktioniert, gerne mit den Händen arbeitest und Freude daran hast, wenn am Ende alles läuft. Die Ausbildung ist speziell auf Menschen zugeschnitten, die besondere Unterstützung beim Lernen benötigen, und vermittelt dir die wichtigsten Grundlagen der Elektrotechnik – sicher, klar und in deinem Tempo.

Dieser Beruf passt zu dir, wenn du …

  • Interesse an Technik, Elektrik und daran hast, wie Strom funktioniert
  • gerne mit deinen Händen arbeitest und handwerklich geschickt bist
  • sorgfältig und konzentriert vorgehst – bei Elektroarbeiten ist Genauigkeit lebenswichtig
  • in der Schule Physik, Technik oder Werken magst
  • zuverlässig bist und Sicherheitsregeln ernst nimmst
  • gut im Team arbeitest und Anweisungen gewissenhaft umsetzt
  • einen Beruf suchst, bei dem Technik und Handwerk zusammenkommen

Kernaufgabengebiete und Themen des Berufs

In der Elektronik dreht sich alles darum, elektrische Energie sicher zu leiten, zu schalten und nutzbar zu machen. Als Fachpraktiker:in lernst du die grundlegenden Arbeiten, die im Bereich Elektroinstallation und Elektrotechnik anfallen. Ein zentraler Bereich ist die Installation von elektrischen Leitungen und Anschlüssen. Du lernst, wie Kabel verlegt werden – in Wänden, Decken und unter dem Boden – wie Steckdosen, Lichtschalter und Sicherungskästen eingebaut werden und wie elektrische Geräte wie Lampen, Herde oder Spülmaschinen angeschlossen werden.

Ein weiterer wichtiger Bereich ist das Prüfen und Messen. Du lernst, mit einfachen Messgeräten zu arbeiten, um zu prüfen, ob Leitungen richtig angeschlossen sind, ob Spannung anliegt und ob eine Anlage sicher ist. Das ist ein wichtiger Teil deiner Arbeit, denn nur geprüfte Anlagen dürfen in Betrieb genommen werden. Du lernst außerdem, einfache Fehler zu erkennen und zu beheben – zum Beispiel eine defekte Sicherung auszutauschen oder eine Leuchte zu reparieren.

Darüber hinaus lernst du, Schaltpläne zu lesen – also Zeichnungen, die zeigen, wie eine elektrische Anlage aufgebaut ist. Du lernst auch, Kabel richtig abzuisolieren, Verbindungen herzustellen und Anlagen sauber und ordentlich abzuschließen. Sicherheit steht dabei immer an erster Stelle: Du lernst von Anfang an, wie man sicher mit Strom umgeht und wann eine Anlage spannungsfrei geschaltet werden muss.

Soft Skills und Hard Skills

Es ist von Vorteil, wenn du einige der folgenden Fähigkeiten bereits mitbringst. Diese kannst du jedoch im Laufe der Ausbildung und deines Berufslebens weiter aufbauen und erweitern.

Wichtige Soft Skills

  • Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit – Fehler in der Elektrik können gefährlich sein
  • Konzentrationsfähigkeit auch bei technisch anspruchsvollen Aufgaben
  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit auf der Baustelle oder im Betrieb
  • Teamfähigkeit und gegenseitige Unterstützung im Arbeitsteam
  • Lernbereitschaft – Technik entwickelt sich weiter und du lernst immer dazu

Wichtige Hard Skills

  • Technisches Grundverständnis und handwerkliches Geschick
  • Grundkenntnisse in Physik – insbesondere zu Strom, Spannung und Widerstand
  • Sicherer Umgang mit Werkzeug wie Abisolierzange, Schraubenzieher und Bohrmaschine
  • Kenntnisse in Arbeitssicherheit und Elektroschutz (wird in der Ausbildung vermittelt)
  • Grundkenntnisse im Lesen einfacher Schaltpläne (wird in der Ausbildung vermittelt)

Zugangsvoraussetzungen

Die Ausbildung zur Fachpraktiker:in Elektroniker:in ist eine zweijährige Berufsausbildung nach § 66 Berufsbildungsgesetz (BBiG) und § 42r Handwerksordnung (HwO). Sie richtet sich an Menschen, die aufgrund einer Behinderung die reguläre Elektroniker-Ausbildung (dreieinhalb Jahre) nicht oder nur mit erheblichen Schwierigkeiten absolvieren können. Einen bestimmten Schulabschluss brauchst du formal nicht – ein Förderschulabschluss oder ein einfacher Hauptschulabschluss reicht in der Regel aus. Wichtig sind ein grundlegendes technisches Verständnis, Interesse an Elektrotechnik und die Bereitschaft, Sicherheitsvorschriften genau einzuhalten. Du bewirbst dich bei Elektrobetrieben, Elektroinstallationsunternehmen oder Berufsbildungswerken, die diese Ausbildung anbieten. Die Berufsschule begleitet die Ausbildung fachlich und ist auf den Förderbereich ausgerichtet.

Typische Berufsfelder und Weiterbildungsmöglichkeiten

Nach der Ausbildung arbeitest du in Elektrobetrieben, bei Gebäudetechnikunternehmen, in Industriebetrieben mit eigener Elektrowerkstatt oder im Bereich Facility Management. Elektriker:innen werden überall gebraucht – in Wohnhäusern, Bürogebäuden, Fabriken, Krankenhäusern und öffentlichen Einrichtungen. Der Bedarf an Elektrofachkräften ist hoch und wächst durch die Energiewende, die Verbreitung von Elektroautos und die zunehmende Digitalisierung von Gebäuden noch weiter.

Wer nach der Ausbildung merkt, dass er oder sie mehr leisten kann, hat die Möglichkeit, durch eine Externenprüfung oder Anrechnung von Ausbildungszeiten in Richtung der regulären Elektroniker-Ausbildung weiterzugehen – etwa als Elektroniker:in für Energie- und Gebäudetechnik oder als Elektroniker:in für Betriebstechnik. Auch Weiterbildungen in verwandten Bereichen wie Photovoltaik, Gebäudeautomation oder Netzwerktechnik sind möglich. Die Agentur für Arbeit und das Integrationsamt helfen dabei, den richtigen nächsten Schritt zu finden.

Aufgaben im Berufsalltag

Dein Arbeitsalltag findet teils auf Baustellen, teils in Betrieben oder Werkstätten statt. Du bereitest Materialien vor – Kabel, Leitungsrohre, Steckdosen, Klemmen – und arbeitest dann die Aufgaben des Tages ab. Das kann das Verlegen von Kabeln in einem Neubau sein, der Einbau eines Sicherungskastens in einer Wohnung, die Überprüfung einer bestehenden Anlage oder die Reparatur eines defekten Geräts. Du arbeitest immer zusammen mit erfahrenen Kolleg:innen und wirst dabei schrittweise selbstständiger.

Bei allen Arbeiten steht Sicherheit an erster Stelle: Bevor du an einer Leitung arbeitest, wird sie spannungsfrei geschaltet und gesichert. Du lernst, diese Schritte zur Routine zu machen und nie zu überspringen. Am Ende einer Arbeit prüfst du gemeinsam mit deinen Kolleg:innen, ob alles richtig sitzt und sicher ist. Wenn am Ende das Licht angeht, die Steckdose Strom liefert oder die Anlage einwandfrei läuft, weißt du, dass du gute Arbeit geleistet hast.

Gehalt während der Ausbildung und danach

Während der zweijährigen Ausbildung erhältst du eine Ausbildungsvergütung, die je nach Betrieb und Tarif zwischen etwa 600 und 900 Euro brutto im Monat liegen kann – das Elektrohandwerk gehört zu den besser vergütenden Ausbildungsberufen im Handwerk. In Berufsbildungswerken oder sozialen Einrichtungen kann die Vergütung abweichen – frag direkt beim Ausbildungsbetrieb nach. Nach der Ausbildung richtet sich dein Gehalt nach dem geltenden Tarif im Elektrohandwerk. Einsteiger:innen können mit einem Gehalt von etwa 2.000 bis 2.600 Euro brutto rechnen, mit Berufserfahrung und Spezialisierungen ist mehr möglich. Menschen mit Schwerbehinderung haben Anspruch auf bestimmte Förderungen und Nachteilsausgleiche – die Agentur für Arbeit und das Integrationsamt helfen dir, die passenden Unterstützungsangebote zu finden.

Alternative Berufe

  • Fachpraktiker:in Anlagenmechaniker:in – Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
  • Fachpraktiker:in im Ausbaufachwerk
  • Fachpraktiker:in für Metallbau
  • Helfer:in in der Elektrotechnik oder im Anlagenbau
  • Beschäftigung in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung im Bereich Elektrotechnik
  • Elektroniker:in für Energie- und Gebäudetechnik (reguläre Ausbildung – bei entsprechendem Leistungsstand möglich)

Strom ins Leben bringen – Technik, die alles am Laufen hält

Als Fachpraktiker:in Elektroniker:in arbeitest du an der Grundlage unseres modernen Lebens – ohne Strom läuft heute nichts mehr. Deine Arbeit ist unsichtbar, sobald sie fertig ist, aber unverzichtbar. Wenn du Technik faszinierend findest, gerne präzise arbeitest und einen Beruf suchst, der immer gebraucht wird und zukunftssicher ist, ist die Ausbildung als Fachpraktiker:in Elektroniker:in ein starker und lohnender Einstieg in die Arbeitswelt.



Egal welche Form hier steht – angesprochen bist Du, unabhängig von Geschlecht oder Identität. Nutze die Chancen, entdecke Deine Stärken und gestalte Deine berufliche Zukunft selbst.