Ausbildung

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Fachpraktiker:in Fleischer:in

Als Fachpraktiker:in Fleischer:in arbeitest du in einem der ältesten Handwerksberufe überhaupt. Du hilfst dabei, Fleisch- und Wurstwaren herzustellen, zu verarbeiten und zu verkaufen – von der Verarbeitung von Fleisch über das Abwiegen und Verpacken bis hin zur Unterstützung am Verkaufsstand. Dieser Beruf ist praktisch, abwechslungsreich und ideal für dich, wenn du keine Berührungsängste mit Lebensmitteln hast, gerne mit deinen Händen arbeitest und ein Handwerk lernen möchtest, das täglich gebraucht wird. Die Ausbildung ist speziell auf Menschen zugeschnitten, die besondere Unterstützung beim Lernen benötigen, und begleitet dich Schritt für Schritt durch alle wichtigen Arbeitsschritte.

Dieser Beruf passt zu dir, wenn du …

  • keine Berührungsängste mit Fleisch und Lebensmitteln hast
  • gerne mit deinen Händen arbeitest und praktisch veranlagt bist
  • körperlich belastbar bist – auch bei kühlen Temperaturen in der Fleischverarbeitung
  • in der Schule Hauswirtschaft, Kochen oder Biologie magst
  • sorgfältig und hygienebewusst bist
  • gut im Team arbeitest und auch früh morgens zuverlässig da bist
  • einen Beruf suchst, bei dem am Ende des Tages ein echtes Produkt entstanden ist

Kernaufgabengebiete und Themen des Berufs

Im Fleischerhandwerk dreht sich alles um die Verarbeitung von Fleisch und die Herstellung von Fleisch- und Wurstwaren. Als Fachpraktiker:in lernst du die wichtigsten Arbeitsschritte in diesem Bereich. Ein zentrales Aufgabenfeld ist die Vorbereitung und Verarbeitung von Fleisch. Du lernst, Fleischstücke zu portionieren, zuzuschneiden und für die Weiterverarbeitung vorzubereiten. Dabei arbeitest du mit scharfen Messern und anderen Schneidewerkzeugen – du lernst von Anfang an, wie man diese sicher und korrekt einsetzt.

Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Wurstherstellung. Du hilfst dabei, Füllmassen aus Fleisch, Gewürzen und anderen Zutaten herzustellen, Wurstmassen in Därme zu füllen und verschiedene Wurstsorten nach Rezept herzustellen. Du lernst außerdem, wie Fleisch- und Wurstwaren gewürzt, mariniert oder geräuchert werden und wie man sicherstellt, dass die Produkte gut schmecken und aussehen.

Im Bereich Verkauf und Präsentation lernst du, Fleisch- und Wurstwaren ansprechend in der Theke zu präsentieren, Produkte abzuwiegen und zu verpacken und Kund:innen freundlich zu bedienen. Hygienevorschriften spielen in diesem Beruf eine besonders große Rolle – du lernst von Anfang an, wie man sich und die Produkte vor Keimen und Verunreinigungen schützt, wie man Geräte und Arbeitsflächen richtig reinigt und desinfiziert und wie die Kühlkette eingehalten wird.

Soft Skills und Hard Skills

Es ist von Vorteil, wenn du einige der folgenden Fähigkeiten bereits mitbringst. Diese kannst du jedoch im Laufe der Ausbildung und deines Berufslebens weiter aufbauen und erweitern.

Wichtige Soft Skills

  • Hygienebewusstsein und Sorgfalt im Umgang mit Lebensmitteln
  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit – Fleischerhandwerk beginnt früh
  • Teamfähigkeit und gegenseitige Unterstützung im Betrieb
  • Belastbarkeit bei körperlicher Arbeit und kühlen Temperaturen
  • Freundliches Auftreten im Kundenkontakt am Verkaufsstand

Wichtige Hard Skills

  • Sicherer Umgang mit Messern und Schneidetools
  • Grundkenntnisse in Lebensmittelhygiene und HACCP-Grundsätzen (wird in der Ausbildung vermittelt)
  • Grundkenntnisse im Abwiegen und einfachen Rechnen
  • Kenntnisse über verschiedene Fleisch- und Wurstsorten (wird in der Ausbildung vermittelt)
  • Sorgfältiger Umgang mit Kühl- und Verarbeitungsgeräten

Zugangsvoraussetzungen

Die Ausbildung zur Fachpraktiker:in Fleischer:in ist eine zweijährige Berufsausbildung nach § 66 Berufsbildungsgesetz (BBiG) und § 42r Handwerksordnung (HwO). Sie richtet sich an Menschen, die aufgrund einer Behinderung die reguläre Fleischer-Ausbildung (drei Jahre) nicht oder nur mit erheblichen Schwierigkeiten absolvieren können. Einen bestimmten Schulabschluss brauchst du formal nicht – ein Förderschulabschluss oder ein einfacher Hauptschulabschluss reicht in der Regel aus. Körperliche Eignung ist wichtig: Du solltest in der Lage sein, körperlich zu arbeiten, mit scharfen Werkzeugen umzugehen und bei kühlen Temperaturen in Kühlräumen und Verarbeitungsbereichen zu arbeiten. Du bewirbst dich bei Fleischerei- und Metzgereibetrieben, bei Lebensmittelproduktionsunternehmen oder bei Berufsbildungswerken, die diese Ausbildung anbieten. Die Berufsschule begleitet die Ausbildung fachlich und ist auf den Förderbereich ausgerichtet.

Typische Berufsfelder und Weiterbildungsmöglichkeiten

Nach der Ausbildung arbeitest du in Fleischereien und Metzgereien, in der Fleischverarbeitung von Supermärkten, in Wurstfabriken oder in der Lebensmittelindustrie. Auch in Großküchen, Cateringunternehmen oder in Werkstätten für Menschen mit Behinderung mit eigener Lebensmittelproduktion gibt es Einsatzmöglichkeiten. Fleischverarbeitungsfachkräfte werden in der Lebensmittelbranche kontinuierlich gesucht.

Wer nach der Ausbildung merkt, dass er oder sie mehr leisten kann, hat die Möglichkeit, durch eine Externenprüfung oder Anrechnung von Ausbildungszeiten in Richtung der regulären Fleischer-Ausbildung weiterzugehen. Auch verwandte Bereiche wie Lebensmittelverarbeitung, Feinkost oder die Weiterbildung im Bereich Fleischhygiene und Qualitätsmanagement sind mögliche nächste Schritte. Die Agentur für Arbeit und das Integrationsamt helfen dabei, die passenden Förderangebote zu finden.

Aufgaben im Berufsalltag

Dein Arbeitsalltag beginnt früh – Fleischer:innen starten ihren Tag oft zwischen fünf und sechs Uhr morgens, damit frische Waren rechtzeitig in der Theke liegen. Du bereitest deinen Arbeitsplatz vor, holst Fleisch aus dem Kühlraum und beginnst mit dem Portionieren und Zubereiten. Je nach Aufgabe schneidest du Fleisch zu, hilfst bei der Wurstherstellung, verpackst fertige Produkte oder bereitest die Verkaufstheke vor.

Beim Kundenkontakt am Verkaufsstand beantwortest du Fragen, wiegst Waren ab und packst sie sauber ein. Zwischendurch reinigst du Geräte, Arbeitsflächen und Messer gründlich – Hygiene ist in diesem Beruf kein Nebenthema, sondern ein zentraler Teil jedes Arbeitstages. Du arbeitest immer im Team und wirst von erfahrenen Kolleg:innen und Ausbilder:innen begleitet. Die Arbeitszeiten enden dafür oft am frühen Nachmittag – ein langer freier Nachmittag ist ein echter Vorteil dieses Berufs.

Gehalt während der Ausbildung und danach

Während der zweijährigen Ausbildung erhältst du eine Ausbildungsvergütung, die je nach Betrieb und Tarif zwischen etwa 500 und 800 Euro brutto im Monat liegen kann. In Berufsbildungswerken oder sozialen Einrichtungen kann die Vergütung abweichen – informiere dich direkt beim Ausbildungsbetrieb. Nach der Ausbildung richtet sich dein Gehalt nach dem geltenden Tarif im Fleischerhandwerk oder der Fleischindustrie. Einsteiger:innen können mit einem Gehalt von etwa 1.700 bis 2.200 Euro brutto rechnen. In größeren Lebensmittelbetrieben und Fleischfabriken, die nach Tarifvertrag zahlen, sind die Gehälter oft etwas höher. Menschen mit Schwerbehinderung haben Anspruch auf bestimmte Förderungen und Nachteilsausgleiche – die Agentur für Arbeit und das Integrationsamt helfen dir, die passenden Unterstützungsangebote zu finden.

Alternative Berufe

  • Fachpraktiker:in für Bäcker
  • Fachpraktiker:in für Köche
  • Fachpraktiker:in für Lebensmittelkontrolle (Hilfstätigkeiten)
  • Helfer:in in der Lebensmittelverarbeitung
  • Beschäftigung in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung im Bereich Küche oder Lebensmittelproduktion
  • Fleischer:in (reguläre Ausbildung – bei entsprechendem Leistungsstand möglich)

Frisch, echt, handgemacht – ein Handwerk mit langer Tradition

Als Fachpraktiker:in Fleischer:in erlernst du ein Handwerk, das es seit Jahrhunderten gibt und das jeden Tag gebraucht wird. Du arbeitest mit echten Produkten, in einem Team das zusammenhält, und siehst am Ende deines Arbeitstages, was entstanden ist. Wenn du keine Scheu vor Lebensmitteln hast, zuverlässig bist und ein Handwerk lernen möchtest, das vom ersten Tag an praxisnah ist, ist diese Ausbildung ein solider und ehrlicher Einstieg in die Arbeitswelt.



Egal welche Form hier steht – angesprochen bist Du, unabhängig von Geschlecht oder Identität. Nutze die Chancen, entdecke Deine Stärken und gestalte Deine berufliche Zukunft selbst.