Ausbildung

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Fachpraktiker:in Friseur:in

Als Fachpraktiker:in Friseur:in arbeitest du in einem Beruf, bei dem Menschen sich wohlfühlen und gut aussehen sollen. Du hilfst dabei, Haare zu waschen, zu schneiden, zu pflegen und zu stylen – und trägst dazu bei, dass Kund:innen den Salon mit einem guten Gefühl verlassen. Dieser Beruf ist persönlich, kreativ und abwechslungsreich. Er ist ideal für dich, wenn du gerne mit Menschen zusammenarbeitest, Freude an Haaren und Mode hast und in einem lebendigen, freundlichen Umfeld tätig sein möchtest. Die Ausbildung ist speziell auf Menschen zugeschnitten, die besondere Unterstützung beim Lernen benötigen, und begleitet dich Schritt für Schritt durch alle wichtigen Handgriffe und Kenntnisse.

Dieser Beruf passt zu dir, wenn du …

  • Interesse an Haaren, Mode und dem Aussehen von Menschen hast
  • gerne mit Menschen redest und Freude am Kontakt mit Kund:innen hast
  • feinmotorisch geschickt bist und ruhig und präzise arbeiten kannst
  • in der Schule Kunst magst
  • freundlich, aufmerksam und einfühlsam bist
  • gerne im Team arbeitest und Freude an einer lebhaften Arbeitsatmosphäre hast
  • einen Beruf suchst, bei dem du Menschen eine Freude machen kannst

Kernaufgabengebiete und Themen des Berufs

Im Friseurhandwerk dreht sich alles um die Pflege, Gestaltung und Behandlung von Haaren. Als Fachpraktiker:in lernst du die wichtigsten Grundaufgaben, die täglich in einem Friseursalon anfallen. Ein zentrales Aufgabenfeld ist das Waschen und Pflegen von Haaren. Du lernst, wie man Haare richtig wäscht, Shampoo und Pflegemittel richtig anwendet und eine entspannende Kopfmassage durchführt. Du lernst, welche Haarpflegeprodukte für welchen Haartyp geeignet sind und wie man Haare nach dem Waschen richtig föhnt und glättet.

Ein weiterer wichtiger Bereich ist das Schneiden von Haaren. Du lernst einfache Schnitttechniken – wie man Haare gerade schneidet, Spitzen kürzt und Konturen am Nacken und um die Ohren sauber nacharbeitet. Mit der Zeit lernst du auch das Haareschneiden mit der Schere frei Hand sowie grundlegende Techniken für Damen- und Herrenhaarschnitte. Auch das Eindrehen von Lockenwicklern, einfaches Hochstecken und Flechten können zu den Lerninhalten gehören.

Im Bereich Salondienst lernst du, wie man Kund:innen empfängt und berät, wie man Arbeitsplatz und Geräte sauber hält und wie man Handtücher und Umhänge richtig vorbereitet. Du lernst außerdem, wie man mit Chemikalien wie Haarfarben oder Dauerwellmitteln grundlegend umgeht – Sicherheit und Hautschutz spielen dabei eine wichtige Rolle. Der Umgang mit Kund:innen – freundlich, aufmerksam und diskret – ist ein zentraler Teil deiner täglichen Arbeit.

Soft Skills und Hard Skills

Es ist von Vorteil, wenn du einige der folgenden Fähigkeiten bereits mitbringst. Diese kannst du jedoch im Laufe der Ausbildung und deines Berufslebens weiter aufbauen und erweitern.

Wichtige Soft Skills

  • Kommunikationsfreude und Einfühlungsvermögen im Kundenkontakt
  • Geduld und Sorgfalt bei Schnitt- und Pflegearbeiten
  • Freundliches und gepflegtes Auftreten
  • Teamfähigkeit in einem oft lebhaften Salonteam
  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit bei Terminen

Wichtige Hard Skills

  • Feinmotorisches Geschick im Umgang mit Schere, Kamm und Föhn
  • Grundkenntnisse über Haartypen und Pflegeprodukte (wird in der Ausbildung vermittelt)
  • Sicherer Umgang mit Schneidewerkzeug und Haargeräten
  • Kenntnisse in Hygiene und Hautschutz (wird in der Ausbildung vermittelt)
  • Grundkenntnisse in Farb- und Formlehre für einfache Gestaltungsaufgaben

Zugangsvoraussetzungen

Die Ausbildung zur Fachpraktiker:in Friseur:in ist eine zweijährige Berufsausbildung nach § 66 Berufsbildungsgesetz (BBiG) und § 42r Handwerksordnung (HwO). Sie richtet sich an Menschen, die aufgrund einer Behinderung die reguläre Friseur-Ausbildung (drei Jahre) nicht oder nur mit erheblichen Schwierigkeiten absolvieren können. Einen bestimmten Schulabschluss brauchst du formal nicht – ein Förderschulabschluss oder ein einfacher Hauptschulabschluss reicht in der Regel aus. Wichtig sind feinmotorisches Geschick, Freude am Umgang mit Menschen und die Bereitschaft, überwiegend stehend zu arbeiten. Da du mit Pflegeprodukten und Chemikalien in Kontakt kommst, solltest du keine starken Hautallergien oder Unverträglichkeiten gegen entsprechende Stoffe haben – das kann vorab mit einer ärztlichen Beratung abgeklärt werden. Du bewirbst dich bei Friseursalons oder Berufsbildungswerken, die diese Ausbildung anbieten. Die Berufsschule begleitet die Ausbildung fachlich und ist auf den Förderbereich ausgerichtet.

Typische Berufsfelder und Weiterbildungsmöglichkeiten

Nach der Ausbildung arbeitest du in Friseursalons – vom kleinen Familienbetrieb über gehobene Salons bis hin zu Ketten und Discountfriseuren. Auch in Pflegeheimen und Krankenhäusern, die eigene Friseurservices anbieten, sowie in Werkstätten für Menschen mit Behinderung mit eigenem Friseurbereich gibt es Einsatzmöglichkeiten. Friseur:innen werden überall gebraucht – Haare wachsen bei jedem Menschen und müssen regelmäßig gepflegt werden.

Wer nach der Ausbildung merkt, dass er oder sie mehr leisten kann, hat die Möglichkeit, durch eine Externenprüfung oder Anrechnung von Ausbildungszeiten in Richtung der regulären Friseur-Ausbildung weiterzugehen. Auch gezielte Weiterbildungen – etwa in Haarverlängerung, Coloristik, Barttrimmen oder Brautfrisuren – sind mögliche nächste Schritte. Die Agentur für Arbeit und das Integrationsamt helfen dabei, passende Förderangebote zu finden.

Aufgaben im Berufsalltag

Dein Arbeitsalltag im Salon ist lebendig und von direktem Kontakt mit Menschen geprägt. Du empfängst Kund:innen, nimmst ihre Mäntel entgegen und führst sie zum Waschplatz. Du wäschst die Haare, pflegst sie ein und bereitest alles für die weitere Behandlung vor. Du reichst deinen Kolleg:innen Werkzeug und Materialien, hältst den Arbeitsplatz sauber und sorgst dafür, dass alles griffbereit ist. Wenn du bereits weiter fortgeschritten bist, übernimmst du einfache Schnitte und Pflegebehandlungen selbstständig.

Zwischen den Terminen reinigst du Geräte, wäschst Handtücher, fegst abgeschnittene Haare vom Boden und hältst den Salon in Ordnung. Du redest mit Kund:innen, hörst zu und sorgst dafür, dass sie sich wohl und gut betreut fühlen. Der Salonalltag ist selten langweilig – jede:r Kund:in ist anders, jeder Haarschnitt eine neue Aufgabe. Du arbeitest überwiegend stehend, was körperlich anstrengend sein kann, aber durch das lebhafte Umfeld und die abwechslungsreiche Arbeit leicht fällt.

Gehalt während der Ausbildung und danach

Während der zweijährigen Ausbildung erhältst du eine Ausbildungsvergütung, die je nach Betrieb und Tarif zwischen etwa 450 und 700 Euro brutto im Monat liegen kann. In Berufsbildungswerken oder sozialen Einrichtungen kann die Vergütung abweichen – informiere dich direkt beim Ausbildungsbetrieb. Nach der Ausbildung richtet sich dein Gehalt nach dem jeweiligen Betrieb und der Region. Einsteiger:innen können mit einem Gehalt von etwa 1.600 bis 2.000 Euro brutto rechnen. Das Friseurhandwerk gehört wie die Floristik zu den eher geringer vergüteten Handwerksberufen – dafür bietet es einen sehr persönlichen Beruf mit täglich neuen Begegnungen und großer Eigenverantwortung. Menschen mit Schwerbehinderung haben Anspruch auf bestimmte Förderungen und Nachteilsausgleiche – die Agentur für Arbeit und das Integrationsamt helfen dir, die passenden Unterstützungsangebote zu finden.

Alternative Berufe

  • Fachpraktiker:in in der Floristik
  • Fachpraktiker:in für Hauswirtschaft
  • Fachpraktiker:in für Büromanagement
  • Helfer:in in einem Friseursalon oder Kosmetikstudio
  • Beschäftigung in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung im Bereich Körperpflege oder Dienstleistung
  • Friseur:in (reguläre Ausbildung – bei entsprechendem Leistungsstand möglich)

Hände, Schere, Lächeln – ein Beruf, der Menschen aufblühen lässt

Als Fachpraktiker:in Friseur:in bringst du Menschen zum Strahlen – mit deinen Händen, deiner Sorgfalt und deiner freundlichen Art. Du arbeitest in einem Beruf, der täglich gebraucht wird, bei dem jeder Tag anders ist und bei dem du mit deiner Arbeit direkt das Wohlbefinden anderer Menschen beeinflusst. Wenn du kommunikativ bist, Freude an Haaren und Menschen hast und in einem lebendigen Umfeld arbeiten möchtest, ist die Ausbildung zur Fachpraktiker:in Friseur:in ein herzlicher und lohnender Einstieg in die Arbeitswelt.



Egal welche Form hier steht – angesprochen bist Du, unabhängig von Geschlecht oder Identität. Nutze die Chancen, entdecke Deine Stärken und gestalte Deine berufliche Zukunft selbst.