Ausbildung
Als Fachpraktiker:in für elektronische Geräte und Systeme arbeitest du mit Elektronik – du hilfst dabei, Geräte zusammenzubauen, zu prüfen, zu warten und einfache Fehler zu beheben. Das können Computer, Steuergeräte, Messgeräte, Haushaltsgeräte oder andere technische Apparate sein. Dieser Beruf ist feinmotorisch, technisch und ideal für dich, wenn du gerne tüftelst, Interesse an Elektronik hast und Freude daran hast, wenn ein Gerät am Ende wieder einwandfrei funktioniert. Die Ausbildung ist speziell auf Menschen zugeschnitten, die besondere Unterstützung beim Lernen benötigen, und begleitet dich Schritt für Schritt durch alle wichtigen Grundlagen.
Als Fachpraktiker:in für elektronische Geräte und Systeme arbeitest du hauptsächlich in Werkstätten oder in der Produktion – also nicht auf der Baustelle, sondern an einem festen Arbeitsplatz. Ein zentrales Aufgabenfeld ist die Montage und der Zusammenbau von elektronischen Baugruppen und Geräten. Du lernst, wie Platinen bestückt werden, wie Bauteile wie Widerstände, Kondensatoren und Stecker eingebaut werden und wie Geräte nach einem Plan zusammengesetzt werden. Dabei arbeitest du mit kleinen Werkzeugen wie Lötkolben, Pinzetten und Schraubenziehern sehr genau und sorgfältig.
Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Prüfung und Fehlersuche. Du lernst, fertige Geräte oder Baugruppen mit Messgeräten zu überprüfen – etwa mit einem Multimeter – und festzustellen, ob alles richtig funktioniert. Wenn ein Gerät nicht funktioniert, lernst du, einfache Fehler zu finden und zu beheben: eine falsch eingebaute Sicherung austauschen, eine lockere Verbindung nacharbeiten oder ein defektes Bauteil ersetzen.
Darüber hinaus lernst du, Geräte auseinanderzubauen – etwa für die Reparatur oder die Entsorgung von Elektroschrott – und Arbeitsschritte sauber zu dokumentieren. Du lernst außerdem, einfache technische Zeichnungen und Schaltpläne zu verstehen, damit du weißt, wie ein Gerät aufgebaut sein soll. Ordnung am Arbeitsplatz, sorgfältiger Umgang mit kleinen Bauteilen und das Einhalten von Sicherheitsvorschriften sind durchgehend wichtig.
Es ist von Vorteil, wenn du einige der folgenden Fähigkeiten bereits mitbringst. Diese kannst du jedoch im Laufe der Ausbildung und deines Berufslebens weiter aufbauen und erweitern.
Die Ausbildung zur Fachpraktiker:in für elektronische Geräte und Systeme ist eine zweijährige Berufsausbildung nach § 66 Berufsbildungsgesetz (BBiG). Sie richtet sich an Menschen, die aufgrund einer Behinderung die reguläre Ausbildung zum:r Elektroniker:in für Geräte und Systeme (dreieinhalb Jahre) nicht oder nur mit erheblichen Schwierigkeiten absolvieren können. Einen bestimmten Schulabschluss brauchst du formal nicht – ein Förderschulabschluss oder ein einfacher Hauptschulabschluss reicht in der Regel aus. Wichtig sind feinmotorisches Geschick, technisches Interesse und die Fähigkeit, konzentriert und sorgfältig zu arbeiten. Du bewirbst dich bei Elektronikbetrieben, Geräteherstellern, Reparaturwerkstätten oder Berufsbildungswerken, die diese Ausbildung anbieten. Die Berufsschule begleitet die Ausbildung fachlich und ist auf den Förderbereich ausgerichtet.
Nach der Ausbildung arbeitest du in Elektronikbetrieben, in der industriellen Fertigung, in Reparaturwerkstätten, bei Gerätehersteller:innen oder in Werkstätten für Menschen mit Behinderung, die Montage- und Prüfaufgaben im Elektronikbereich übernehmen. Auch im Bereich Elektroschrott-Recycling und Geräteaufbereitung gibt es Einsatzmöglichkeiten. Elektronikfachkräfte werden in vielen Branchen gebraucht – von der Unterhaltungselektronik über Medizintechnik bis hin zu Industrieautomation.
Wer nach der Ausbildung merkt, dass er oder sie mehr leisten kann, hat die Möglichkeit, durch eine Externenprüfung oder Anrechnung von Ausbildungszeiten in Richtung der regulären Ausbildung weiterzugehen – etwa als Elektroniker:in für Geräte und Systeme oder als IT-Systemelektroniker:in. Auch Weiterbildungen in Bereichen wie Messtechnik, Qualitätskontrolle oder Lötverfahren sind möglich. Die Agentur für Arbeit und das Integrationsamt helfen dabei, den richtigen nächsten Schritt zu finden.
Dein Arbeitsalltag findet überwiegend drinnen statt – in einer Werkstatt oder in der Produktion, an einem festen Arbeitsplatz. Du bereitest deinen Platz vor, holst die benötigten Bauteile und Materialien und arbeitest dann konzentriert die Aufgaben des Tages ab. Das kann das Bestücken einer Platine sein, das Zusammenbauen eines Geräts nach Montageanleitung, das Messen und Prüfen von fertig gestellten Einheiten oder das Ausbauen defekter Bauteile für die Reparatur.
Du arbeitest meistens ruhig und konzentriert – oft sitzend, mit kleinen Teilen und feinem Werkzeug. Das erfordert Geduld und einen ruhigen Atem, macht aber auch Freude, wenn ein Gerät nach der Reparatur wieder einwandfrei läuft oder eine Baugruppe sauber und vollständig fertiggestellt ist. Du stimmst dich mit Kolleg:innen und Ausbilder:innen ab, dokumentierst deine Arbeit und hältst deinen Arbeitsplatz sauber und geordnet. Geregelte Arbeitszeiten und eine ruhige Arbeitsumgebung prägen diesen Beruf.
Während der zweijährigen Ausbildung erhältst du eine Ausbildungsvergütung, die je nach Betrieb und Tarif zwischen etwa 500 und 800 Euro brutto im Monat liegen kann. In Berufsbildungswerken oder sozialen Einrichtungen kann die Vergütung abweichen – frag direkt beim Ausbildungsbetrieb nach. Nach der Ausbildung richtet sich dein Gehalt nach dem jeweiligen Betrieb und der Branche. Einsteiger:innen können mit einem Gehalt von etwa 1.800 bis 2.300 Euro brutto rechnen, je nach Region und Unternehmen. In tariflich gebundenen Industriebetrieben sind die Gehälter oft höher als im kleinen Handwerksbetrieb. Menschen mit Schwerbehinderung haben Anspruch auf bestimmte Förderungen und Nachteilsausgleiche – die Agentur für Arbeit und das Integrationsamt helfen dir, die passenden Unterstützungsangebote zu finden.
Als Fachpraktiker:in für elektronische Geräte und Systeme arbeitest du an den kleinen Dingen, die in unserer Welt eine große Rolle spielen. Du bringst Geräte zum Laufen, prüfst ihre Qualität und sorgst dafür, dass Technik funktioniert – konzentriert, sorgfältig und mit Liebe zum Detail. Wenn du Geduld mitbringst, technisch neugierig bist und eine ruhige, geregelte Arbeitsumgebung schätzt, ist diese Ausbildung ein passender und lohnender Einstieg in die Welt der Elektronik.