Ausbildung
Als Fachpraktiker:in im Ausbaufachwerk hilfst du dabei, Gebäude von innen fertigzustellen. Du unterstützt beim Verlegen von Böden, beim Verputzen von Wänden, beim Einbauen von Trockenbauteilen oder beim Streichen und Tapezieren – je nachdem, in welchem Bereich des Ausbauhandwerks du eingesetzt bist. Dieser Beruf ist praxisnah, körperlich aktiv und ideal für dich, wenn du gerne mit deinen Händen arbeitest und am Ende des Tages sehen möchtest, was du geschaffen hast. Die Ausbildung ist speziell auf Menschen zugeschnitten, die besondere Unterstützung beim Lernen benötigen, und begleitet dich sorgfältig durch alle Schritte.
Das Ausbaufachwerk umfasst verschiedene Handwerksbereiche, die sich mit dem Innenausbau von Gebäuden beschäftigen. Als Fachpraktiker:in wirst du in einem oder mehreren dieser Bereiche ausgebildet – zum Beispiel im Trockenbau, im Bodenlegen, im Maler- und Lackiererhandwerk oder im Stuckateur- und Putzbereich. Je nach Ausbildungsbetrieb liegt der Schwerpunkt unterschiedlich.
Im Trockenbau lernst du, Gipskartonplatten zuzuschneiden, Metallprofile aufzustellen und Wände sowie Decken zu verkleiden. Das ist handwerklich anspruchsvoll, aber gut lernbar – du arbeitest nach Maßangaben, mit Sägen, Schraubenzieher und Akkuschrauber. Im Bereich Bodenlegen lernst du, Untergründe vorzubereiten, Kleber aufzutragen und verschiedene Bodenbeläge – etwa Fliesen, Laminat oder Teppich – sauber und gerade zu verlegen. Im Maler- und Lackierbereich lernst du, Wände und Decken zu streichen, zu tapezieren und einfache Putzarbeiten durchzuführen.
In allen Bereichen lernst du außerdem, wie man Materialien richtig lagert und transportiert, wie man Werkzeug pflegt und sicher verwendet und wie man nach getaner Arbeit den Arbeitsplatz sauber hinterlässt. Du arbeitest immer im Team – auf Baustellen oder in Gebäuden, die gerade renoviert oder fertiggestellt werden – und wirst von erfahrenen Fachleuten und Ausbilder:innen begleitet.
Es ist von Vorteil, wenn du einige der folgenden Fähigkeiten bereits mitbringst. Diese kannst du jedoch im Laufe der Ausbildung und deines Berufslebens weiter aufbauen und erweitern.
Die Ausbildung zur Fachpraktiker:in im Ausbaufachwerk ist eine zwei- bis dreijährige Berufsausbildung nach § 66 Berufsbildungsgesetz (BBiG) und § 42r Handwerksordnung (HwO). Sie richtet sich an Menschen, die aufgrund einer Behinderung eine reguläre Ausbildung im Ausbauhandwerk nicht oder nur mit erheblichen Schwierigkeiten absolvieren können. Einen bestimmten Schulabschluss brauchst du formal nicht – ein Förderschulabschluss oder ein einfacher Hauptschulabschluss reicht in der Regel aus. Körperliche Eignung ist wichtig: Du solltest in der Lage sein, auf Leitern zu steigen, schwere Materialien zu tragen und über längere Zeit körperlich zu arbeiten. Du bewirbst dich bei Handwerksbetrieben im Ausbaubereich – etwa Maler-, Trocken- oder Fußbodenbetrieben – oder bei Berufsbildungswerken, die diese Ausbildung anbieten. Die Berufsschule begleitet die Ausbildung und ist auf den Förderbereich ausgerichtet.
Nach der Ausbildung arbeitest du in Handwerksbetrieben des Innenausbaus – bei Malerbetrieben, Trockenbaufirmen, Bodenlegern, Stuckaturen oder allgemeinen Ausbauunternehmen. Auch bei Wohnungsbaugesellschaften, im Facility Management oder in Werkstätten für Menschen mit Behinderung, die handwerkliche Aufträge übernehmen, gibt es Beschäftigungsmöglichkeiten. Je nach Betrieb und persönlicher Entwicklung kannst du dich auf einen bestimmten Bereich spezialisieren.
Wer nach der Ausbildung merkt, dass er oder sie mehr leisten kann, hat die Möglichkeit, durch eine Externenprüfung oder Anrechnung von Ausbildungszeiten in Richtung einer regulären Ausbildung im entsprechenden Handwerksbereich weiterzugehen – etwa als Maler:in und Lackierer:in, als Trockenbaumonteur:in oder als Bodenleger:in. Die Agentur für Arbeit und das Integrationsamt können dabei helfen, den passenden nächsten Schritt zu finden.
Dein Arbeitsalltag findet auf Baustellen, in Renovierungsobjekten oder in Neubauten statt. Du fährst mit deinem Team zur Baustelle, bereitest deinen Arbeitsbereich vor und arbeitest dann die Aufgaben des Tages ab – zum Beispiel Wände spachteln und streichen, Bodenbelag verlegen oder Trockenwände aufstellen. Du arbeitest nach Anweisungen erfahrener Kolleg:innen, lernst aber immer mehr, selbstständig zu arbeiten und Aufgaben eigenverantwortlich abzuschließen.
Der Arbeitsalltag ist körperlich aktiv – du stehst, kniets, trägst und arbeitest mit den Armen. Das kann anstrengend sein, macht aber auch Spaß, besonders wenn ein Raum sich verwandelt und am Ende schön aussieht. Am Ende des Tages räumst du deinen Bereich auf, reinigst Werkzeug und Material und fährst mit dem Team zurück. Kein Tag ist genau wie der andere – verschiedene Baustellen, verschiedene Aufgaben und ein Team, das zusammenhält.
Während der Ausbildung erhältst du eine Ausbildungsvergütung, die je nach Betrieb und Tarif zwischen etwa 500 und 800 Euro brutto im Monat liegen kann. In Berufsbildungswerken oder sozialen Einrichtungen kann die Vergütung abweichen – frag direkt beim Ausbildungsbetrieb nach. Nach der Ausbildung richtet sich dein Gehalt nach dem jeweiligen Betrieb und dem geltenden Tarif im Bauhauptgewerbe oder Ausbauhandwerk. Einsteiger:innen können mit einem Gehalt von etwa 1.800 bis 2.300 Euro brutto rechnen, je nach Region, Betrieb und Spezialisierung. Menschen mit Schwerbehinderung haben Anspruch auf bestimmte Förderungen und Nachteilsausgleiche – die Agentur für Arbeit und das Integrationsamt helfen dir, die passenden Unterstützungsangebote zu finden.
Als Fachpraktiker:in im Ausbaufachwerk trägst du dazu bei, dass Wohnungen, Büros und Gebäude schön, fertig und bewohnbar werden. Du arbeitest körperlich, im Team und mit echten Materialien – und siehst am Ende jeden Tages, was du geleistet hast. Wenn du anpacken magst, gerne draußen unterwegs bist und ein Handwerk lernen möchtest, das immer gebraucht wird, ist die Ausbildung im Ausbaufachwerk ein solider und lohnender Einstieg in die Arbeitswelt.