Ausbildung
Als Fachpraktiker:in im Gesundheitswesen arbeitest du in einem der wichtigsten Bereiche unserer Gesellschaft – du unterstützt Pflegefachkräfte und medizinisches Personal dabei, Menschen zu versorgen, die Hilfe brauchen. Du hilfst bei der Grundpflege, begleitest Patient:innen oder Bewohner:innen im Alltag, unterstützt bei der Versorgung und sorgst dafür, dass sich Menschen in ihrer Einrichtung wohl und gut betreut fühlen. Dieser Beruf ist menschennah, sinnstiftend und ideal für dich, wenn du Freude daran hast, anderen zu helfen, Geduld und Einfühlungsvermögen mitbringst und in einem Umfeld arbeiten möchtest, in dem deine Arbeit jeden Tag spürbar etwas bewirkt. Die Ausbildung ist speziell auf Menschen zugeschnitten, die besondere Unterstützung beim Lernen benötigen, und begleitet dich Schritt für Schritt.
Im Gesundheitswesen arbeitest du als Fachpraktiker:in in unterstützender Funktion – du arbeitest immer zusammen mit ausgebildetem Pflegepersonal und übernimmst Aufgaben, die dir übertragen werden und die du sicher beherrschst. Ein zentrales Aufgabenfeld ist die Unterstützung bei der Grundpflege. Du hilfst dabei, Menschen beim Waschen, Anziehen, Kämmen und bei der Mundpflege zu unterstützen. Du lernst, wie man dabei achtsam und würdevoll vorgeht, wie man auf Bedürfnisse eingeht und wie man Menschen motiviert, selbst so viel wie möglich zu tun.
Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Begleitung und Betreuung im Alltag. Du verbringst Zeit mit Menschen – du hörst zu, gehst mit ihnen spazieren, begleitest sie zu Mahlzeiten oder Veranstaltungen in der Einrichtung und hilfst dabei, dass der Tag abwechslungsreich und angenehm verläuft. Du lernst, wie man mit älteren Menschen, mit Menschen mit Behinderung oder mit kranken Menschen einfühlsam und respektvoll umgeht und wie man auch nonverbale Signale wahrnimmt und richtig deutet.
Darüber hinaus lernst du, bei einfachen hauswirtschaftlichen Aufgaben in der Einrichtung mitzuhelfen – Mahlzeiten austeilen, Betten beziehen, Zimmer in Ordnung halten – und wie man Hygiene- und Sicherheitsvorschriften in einer Pflegeeinrichtung einhält. Du lernst außerdem, wie man einfache Beobachtungen dokumentiert und wann man Pflegepersonal informieren muss.
Es ist von Vorteil, wenn du einige der folgenden Fähigkeiten bereits mitbringst. Diese kannst du jedoch im Laufe der Ausbildung und deines Berufslebens weiter aufbauen und erweitern.
Die Ausbildung zur Fachpraktiker:in im Gesundheitswesen ist eine zweijährige Berufsausbildung nach § 66 Berufsbildungsgesetz (BBiG). Sie richtet sich an Menschen, die aufgrund einer Behinderung eine reguläre Ausbildung im Pflegebereich nicht oder nur mit erheblichen Schwierigkeiten absolvieren können. Einen bestimmten Schulabschluss brauchst du formal nicht – ein Förderschulabschluss oder ein einfacher Hauptschulabschluss reicht in der Regel aus. Wichtig sind Einfühlungsvermögen, Freude am Umgang mit Menschen und die Bereitschaft, auch körperlich nahe an Menschen zu arbeiten. Gesundheitliche Eignung ist wichtig – du solltest in der Lage sein, körperlich zu helfen und auf den Beinen zu arbeiten. Ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis ist in vielen Einrichtungen Pflicht. Du bewirbst dich bei Pflegeheimen, Krankenhäusern, ambulanten Pflegediensten, Einrichtungen für Menschen mit Behinderung oder Berufsbildungswerken, die diese Ausbildung anbieten. Die Berufsschule begleitet die Ausbildung fachlich und ist auf den Förderbereich ausgerichtet.
Nach der Ausbildung arbeitest du in Pflegeheimen und Seniorenresidenzen, in Krankenhäusern, in ambulanten Pflegediensten, in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, in Tagespflegeeinrichtungen oder in Werkstätten für Menschen mit Behinderung, die Betreuungsaufgaben übernehmen. Der Pflegebereich ist einer der größten Arbeitsmärkte in Deutschland – der Bedarf an unterstützenden Kräften ist hoch und wächst durch den demografischen Wandel weiter.
Wer nach der Ausbildung merkt, dass er oder sie mehr leisten kann, hat die Möglichkeit, sich in Richtung einer regulären Pflegeausbildung weiterzuentwickeln – etwa als Pflegefachassistent:in oder als Pflegefachkraft. Die Pflegereform hat in Deutschland neue Ausbildungswege und Anrechnungsmöglichkeiten geschaffen, die auch für Menschen mit Förderhintergrund Chancen bieten. Die Agentur für Arbeit, das Integrationsamt und Pflegeschulen beraten dabei gezielt.
Dein Arbeitsalltag spielt sich überwiegend in Pflegeeinrichtungen oder bei ambulanten Diensten ab. Du beginnst deinen Dienst mit einer kurzen Übergabe, in der du erfährst, wie es den Menschen in deiner Obhut geht und was heute besonders zu beachten ist. Dann gehst du von Zimmer zu Zimmer – du begrüßt Menschen, hilfst beim Aufstehen und Waschen, bringst sie zum Frühstück oder zu Aktivitäten und bist den ganzen Tag über Ansprechperson und Begleitung.
Zwischendurch hilfst du beim Austeilen von Mahlzeiten, beziehst Betten, räumst auf und dokumentierst einfache Beobachtungen. Du arbeitest immer im Team und weißt, wen du ansprechen musst, wenn etwas Ungewöhnliches passiert. Der Schichtdienst – mit Früh-, Spät- und manchmal auch Nachtschichten – ist ein fester Bestandteil dieses Berufs. Dafür erlebst du täglich Momente, in denen deine Arbeit wirklich etwas bedeutet: ein Lächeln, ein Dankeschön oder das Wissen, dass jemand durch deine Hilfe einen besseren Tag hatte.
Während der zweijährigen Ausbildung erhältst du eine Ausbildungsvergütung, die je nach Betrieb und Tarif zwischen etwa 600 und 900 Euro brutto im Monat liegen kann – viele Pflegeeinrichtungen zahlen mittlerweile überdurchschnittliche Ausbildungsvergütungen, um Nachwuchs zu gewinnen. In Berufsbildungswerken oder sozialen Einrichtungen kann die Vergütung abweichen – informiere dich direkt beim Ausbildungsbetrieb. Nach der Ausbildung richtet sich dein Gehalt nach dem jeweiligen Tarif – in kirchlichen oder kommunalen Einrichtungen oft nach TVöD oder AVR. Einsteiger:innen können mit einem Gehalt von etwa 1.800 bis 2.300 Euro brutto rechnen. Schichtzulagen für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste erhöhen das Einkommen zusätzlich. Menschen mit Schwerbehinderung haben Anspruch auf bestimmte Förderungen und Nachteilsausgleiche – die Agentur für Arbeit und das Integrationsamt helfen dir, die passenden Unterstützungsangebote zu finden.
Als Fachpraktiker:in im Gesundheitswesen tust du täglich etwas, das wirklich zählt – du bist für Menschen da, die Unterstützung brauchen, und gibst ihnen Würde, Aufmerksamkeit und Fürsorge. Das ist kein Beruf für jede:n, aber für die, die dafür gemacht sind, einer der erfüllendsten überhaupt. Wenn du Geduld, Einfühlungsvermögen und den Wunsch mitbringst, etwas Gutes zu tun, ist die Ausbildung im Gesundheitswesen ein bedeutungsvoller und lohnender Weg in die Arbeitswelt.