Ausbildung
Als Fachpraktiker:in im Lagerbereich sorgst du dafür, dass Waren richtig gelagert, verwaltet und versandt werden. Du nimmst Lieferungen entgegen, prüfst die Ware, lagerst sie ein, bereitest Bestellungen für den Versand vor und hältst das Lager sauber und ordentlich. Dieser Beruf ist klar strukturiert, körperlich aktiv und ideal für dich, wenn du gerne organisiert bist, weißt, wo was hingehört, und Freude daran hast, wenn Abläufe reibungslos funktionieren. Die Ausbildung ist speziell auf Menschen zugeschnitten, die besondere Unterstützung beim Lernen benötigen, und begleitet dich Schritt für Schritt durch alle wichtigen Aufgaben in einem Lagerbetrieb.
Im Lagerbereich dreht sich alles darum, Waren sicher zu lagern, schnell zu finden und pünktlich zu versenden. Als Fachpraktiker:in lernst du die wichtigsten Aufgaben, die in einem Lager täglich anfallen. Ein zentrales Aufgabenfeld ist der Wareneingang. Du lernst, wie angelieferte Waren entgegengenommen werden, wie man prüft, ob Mengen und Qualität mit dem Lieferschein übereinstimmen, und wie man Waren korrekt einbucht – entweder auf Papier oder mit einem Lagerverwaltungssystem am Computer. Du lernst außerdem, wie man Waren beschriftet, etikettiert und an den richtigen Lagerplatz bringt.
Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Lagerung und Bestandspflege. Du lernst, wie Waren in Regalen, auf Paletten oder in Fächern gelagert werden, wie man dafür sorgt, dass ältere Ware zuerst verwendet wird – das sogenannte FIFO-Prinzip – und wie man regelmäßige Inventuren und Bestandskontrollen durchführt. Du lernst außerdem, wie man ein Lager sauber, sicher und übersichtlich hält.
Im Bereich Warenausgang und Versand lernst du, wie Bestellungen zusammengestellt – also kommissioniert – werden, wie Pakete gepackt und beschriftet werden und wie man Lieferpapiere vorbereitet. Du lernst, wie man Waren auf Paletten stapelt und sichert und wie ein Versandauftrag von der Bestellung bis zur Abholung durch den Paketdienst abläuft. Je nach Betrieb arbeitest du auch mit einfachen Flurförderfahrzeugen wie Hubwagen oder Gabelstapler – dafür kann ein entsprechender Schein erworben werden.
Es ist von Vorteil, wenn du einige der folgenden Fähigkeiten bereits mitbringst. Diese kannst du jedoch im Laufe der Ausbildung und deines Berufslebens weiter aufbauen und erweitern.
Die Ausbildung zur Fachpraktiker:in im Lagerbereich ist eine zweijährige Berufsausbildung nach § 66 Berufsbildungsgesetz (BBiG). Sie richtet sich an Menschen, die aufgrund einer Behinderung die reguläre Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik (drei Jahre) nicht oder nur mit erheblichen Schwierigkeiten absolvieren können. Einen bestimmten Schulabschluss brauchst du formal nicht – ein Förderschulabschluss oder ein einfacher Hauptschulabschluss reicht in der Regel aus. Wichtig sind körperliche Eignung für das Heben und Tragen von Waren sowie Grundkenntnisse in Lesen und einfachem Rechnen für die Warenkontrolle. Du bewirbst dich bei Logistikunternehmen, Versandhändlern, Industriebetrieben mit eigenem Lager, Großhändlern oder Berufsbildungswerken, die diese Ausbildung anbieten. Die Berufsschule begleitet die Ausbildung fachlich und ist auf den Förderbereich ausgerichtet.
Nach der Ausbildung arbeitest du in Logistikzentren und Lagerhäusern, bei Versandhändlern, in der Produktion von Industriebetrieben, bei Groß- und Einzelhändlern mit eigenem Lager, bei Speditionsunternehmen oder in Werkstätten für Menschen mit Behinderung, die Lager- und Kommissionieraufgaben übernehmen. Logistik ist eine der größten Branchen Deutschlands – jedes Unternehmen, das Waren kauft oder verkauft, braucht ein funktionierendes Lager.
Wer nach der Ausbildung mehr leisten möchte, hat die Möglichkeit, durch eine Externenprüfung oder Anrechnung von Ausbildungszeiten in Richtung der regulären Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik weiterzugehen. Auch Weiterbildungen wie der Staplerschein, Lagerverwaltungssoftware-Zertifikate oder der Gefahrgutschein sind nützliche Qualifikationen, die Türen öffnen. Die Agentur für Arbeit und das Integrationsamt helfen dabei, die richtigen Förderangebote zu finden.
Dein Arbeitsalltag im Lager ist klar strukturiert und von einem festen Tagesrhythmus geprägt. Morgens kommen neue Lieferungen an – du nimmst sie entgegen, prüfst Mengen und Zustand, buchst sie ein und bringst sie an ihren Lagerplatz. Im Laufe des Tages bearbeitest du Kommissionieraufträge – du nimmst Auftragslisten, gehst durch das Lager und holst die bestellten Waren aus den Regalen. Du packst sie zusammen, beschriftest die Pakete und bereitest sie für den Versand vor.
Zwischendurch hältst du deinen Arbeitsbereich sauber, räumst Regale auf und unterstützt bei Inventuren. Du arbeitest mit Kolleg:innen eng zusammen – jede:r hat seinen Bereich, aber alle sind aufeinander angewiesen. Bei größeren Lagern arbeitest du mit einem Scanner oder einem Lagerverwaltungssystem, das dir sagt, wo was liegt und was als nächstes zu tun ist. Dein Arbeitsalltag ist körperlich aktiv, überwiegend in der Halle, und folgt klaren Abläufen – das gibt dir Sicherheit und Struktur.
Während der zweijährigen Ausbildung erhältst du eine Ausbildungsvergütung, die je nach Betrieb und Tarif zwischen etwa 550 und 850 Euro brutto im Monat liegen kann. In großen Logistikunternehmen mit Tarifbindung kann die Vergütung höher ausfallen. In Berufsbildungswerken oder sozialen Einrichtungen kann sie abweichen – informiere dich direkt beim Ausbildungsbetrieb. Nach der Ausbildung richtet sich dein Gehalt nach dem jeweiligen Betrieb und dem geltenden Tarif in der Logistikbranche. Einsteiger:innen können mit einem Gehalt von etwa 1.800 bis 2.300 Euro brutto rechnen. In tariflich gebundenen Logistikunternehmen sind die Gehälter oft verlässlich und klar geregelt. Menschen mit Schwerbehinderung haben Anspruch auf Förderungen und Nachteilsausgleiche – die Agentur für Arbeit und das Integrationsamt helfen dir, die passenden Unterstützungsangebote zu finden.
Als Fachpraktiker:in im Lagerbereich bist du das Fundament jedes gut funktionierenden Unternehmens, das Waren bewegt. Ohne dich kämen Bestellungen zu spät an, würden Lager in Unordnung geraten und Lieferketten ins Stocken kommen. Wenn du Ordnung liebst, strukturiert arbeitest und einen Beruf suchst, bei dem du täglich gebraucht wirst und klare Aufgaben hast, ist die Lagerlogistik ein verlässlicher und lohnender Einstieg in die Arbeitswelt.