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Fachpraktiker:in Küche (Beikoch / Beiköchin)

Als Fachpraktiker:in Küche – auch Beikoch oder Beiköchin genannt – arbeitest du in einer professionellen Küche und hilfst dabei, Mahlzeiten für viele Menschen zuzubereiten. Du schneidest Gemüse, bereitest Zutaten vor, unterstützt beim Kochen und Anrichten und sorgst dafür, dass die Küche sauber und ordentlich ist. Dieser Beruf ist lebhaft, teamorientiert und ideal für dich, wenn du gerne kochst, nicht stillsitzen möchtest und Freude daran hast, wenn viele Menschen dank deiner Arbeit gut essen. Die Ausbildung ist speziell auf Menschen zugeschnitten, die besondere Unterstützung beim Lernen benötigen, und begleitet dich Schritt für Schritt durch alle wichtigen Aufgaben in der Profiküche.

Dieser Beruf passt zu dir, wenn du …

  • gerne kochst oder Interesse an der Zubereitung von Mahlzeiten hast
  • körperlich aktiv bist und auch mal hektische Phasen gut übersteht
  • zuverlässig, pünktlich und teamfähig bist – in der Küche läuft alles zusammen
  • in der Schule Hauswirtschaft, Kochen oder Biologie magst
  • sorgfältig und hygienebewusst arbeitest
  • kein Problem damit hast, auch mal am Wochenende oder abends zu arbeiten
  • einen Beruf suchst, bei dem viele Hände zusammenarbeiten und am Ende etwas Leckeres entsteht

Kernaufgabengebiete und Themen des Berufs

In einer professionellen Küche dreht sich alles darum, Mahlzeiten für viele Menschen gleichzeitig zuzubereiten – schnell, hygienisch und in gleichbleibender Qualität. Als Fachpraktiker:in Küche lernst du die wichtigsten Vorbereitungs- und Unterstützungsaufgaben, die täglich in einer Gastronomieküche anfallen. Ein zentrales Aufgabenfeld ist die Vorbereitung von Zutaten – das sogenannte Mise en Place. Du lernst, Gemüse zu waschen, zu schälen und zu schneiden, Fleisch und Fisch vorzubereiten, Saucen und Beilagen anzurühren und Zutaten portionsgerecht bereitzustellen, damit der Koch oder die Köchin während des Services schnell arbeiten kann.

Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Unterstützung beim Kochen und Anrichten. Du hilfst beim Garen von Beilagen wie Reis, Nudeln oder Kartoffeln, beim Erwärmen von Saucen und Suppen und beim Anrichten von Tellern nach Vorgabe. Du lernst, wie ein Gericht aussehen soll – Portionsgröße, Anordnung auf dem Teller, Garnitur – und wie man schnell und sauber arbeitet, wenn viele Bestellungen gleichzeitig eingehen.

Im Bereich Küchenhygiene und Reinigung lernst du, wie Arbeitsflächen, Geräte, Töpfe und Pfannen nach Benutzung gereinigt und desinfiziert werden, wie Lebensmittel richtig gelagert werden und wie die Kühlkette eingehalten wird. Lebensmittelhygiene ist in der Profiküche besonders ernst genommen – du lernst die Grundregeln von Anfang an und hältst sie konsequent ein.

Soft Skills und Hard Skills

Es ist von Vorteil, wenn du einige der folgenden Fähigkeiten bereits mitbringst. Diese kannst du jedoch im Laufe der Ausbildung und deines Berufslebens weiter aufbauen und erweitern.

Wichtige Soft Skills

  • Teamfähigkeit – in der Küche zählt nur das Miteinander
  • Belastbarkeit und Ruhe auch im Stress – der Service kann hektisch sein
  • Hygienebewusstsein als fester Bestandteil jeder Handlung
  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit – in der Küche warten alle aufeinander
  • Lernbereitschaft und Offenheit für neue Gerichte und Techniken

Wichtige Hard Skills

  • Grundkenntnisse in der Zubereitung von Gemüse, Beilagen und einfachen Speisen
  • Sicherer Umgang mit Messern, Schneidebrettern und Küchengeräten
  • Kenntnisse in Lebensmittelhygiene und HACCP (wird in der Ausbildung vermittelt)
  • Grundkenntnisse im Abwiegen und Portionieren von Zutaten
  • Kenntnisse in der Pflege und Reinigung von Küchengeräten und Arbeitsflächen

Zugangsvoraussetzungen

Die Ausbildung zur Fachpraktiker:in Küche ist eine zweijährige Berufsausbildung nach § 66 Berufsbildungsgesetz (BBiG). Sie richtet sich an Menschen, die aufgrund einer Behinderung die reguläre Ausbildung zum:r Koch / Köchin (drei Jahre) nicht oder nur mit erheblichen Schwierigkeiten absolvieren können. Einen bestimmten Schulabschluss brauchst du formal nicht – ein Förderschulabschluss oder ein einfacher Hauptschulabschluss reicht in der Regel aus. Wichtig sind körperliche Eignung für den Küchenalltag – langes Stehen, Hitze und gelegentlicher Zeitdruck – sowie Hygienebewusstsein und Teamgeist. Die Bereitschaft, auch abends, an Wochenenden oder Feiertagen zu arbeiten, sollte vorhanden sein, da Gastroküchen in diesen Zeiten besonders stark gefragt sind. Du bewirbst dich bei Restaurants, Hotels, Kantinen, Catering-Unternehmen, Mensen oder Berufsbildungswerken, die diese Ausbildung anbieten. Die Berufsschule begleitet die Ausbildung fachlich und ist auf den Förderbereich ausgerichtet.

Typische Berufsfelder und Weiterbildungsmöglichkeiten

Nach der Ausbildung arbeitest du in Restaurantküchen, Hotelküchen, Kantinen und Betriebsrestaurants, in Schulmensen, Krankenhausküchen, Altenheimküchen oder bei Catering-Unternehmen. Überall dort, wo für viele Menschen täglich Essen zubereitet wird, werden zuverlässige Küchenkräfte gebraucht. Der Bereich Gemeinschaftsverpflegung – also Kantinen, Schulen, Krankenhäuser – bietet dabei besonders strukturierte und familienfreundliche Arbeitszeiten im Vergleich zur klassischen Restaurantküche.

Wer nach der Ausbildung mehr leisten möchte, hat die Möglichkeit, durch eine Externenprüfung oder Anrechnung von Ausbildungszeiten in Richtung der regulären Ausbildung als Koch / Köchin weiterzugehen. Auch Weiterbildungen in Bereichen wie vegetarische und vegane Küche, Diätküche oder Allergiker-Küche sind mögliche nächste Schritte. Die Agentur für Arbeit und das Integrationsamt helfen dabei, passende Förderangebote zu finden.

Aufgaben im Berufsalltag

Dein Arbeitsalltag in der Küche ist geprägt von Tempo, Teamwork und klar verteilten Aufgaben. Vor dem Service – also bevor die Gäste kommen oder das Mittagessen ausgegeben wird – bereitest du alles vor: Gemüse schneiden, Saucen anrühren, Töpfe aufsetzen, Arbeitsstationen sauber einrichten. Wenn der Service beginnt, arbeitest du eng mit Köch:innen und anderen Küchenkräften zusammen – jede:r hat seinen Platz und seine Aufgabe, und nur wenn alle zusammenarbeiten, kommt das Essen rechtzeitig und gut auf den Tisch.

Nach dem Service räumst du auf, reinigst Geräte und Arbeitsflächen, lagerst Lebensmittel korrekt ein und bereitest die Küche für den nächsten Dienst vor. Dein Arbeitsalltag ist körperlich – du stehst viel, arbeitest in warmer Umgebung und manchmal unter Zeitdruck. Dafür erlebst du täglich das befriedigende Gefühl, wenn viele Menschen satt und zufrieden sind – und du dazu beigetragen hast.

Gehalt während der Ausbildung und danach

Während der zweijährigen Ausbildung erhältst du eine Ausbildungsvergütung, die je nach Betrieb und Tarif zwischen etwa 500 und 800 Euro brutto im Monat liegen kann. In Berufsbildungswerken oder sozialen Einrichtungen kann die Vergütung abweichen – informiere dich direkt beim Ausbildungsbetrieb. Nach der Ausbildung richtet sich dein Gehalt nach dem Betrieb und dem geltenden Tarif im Hotel- und Gaststättengewerbe. Einsteiger:innen können mit einem Gehalt von etwa 1.700 bis 2.100 Euro brutto rechnen. In Kantinen und der Gemeinschaftsverpflegung mit Tarifbindung – etwa nach TVöD – sind die Gehälter oft verlässlich geregelt. Trinkgelder spielen in der Küche keine direkte Rolle, aber Zuschläge für Abend-, Wochenend- und Feiertagsarbeit können das Einkommen erhöhen. Menschen mit Schwerbehinderung haben Anspruch auf Förderungen und Nachteilsausgleiche – die Agentur für Arbeit und das Integrationsamt helfen dir, die passenden Unterstützungsangebote zu finden.

Alternative Berufe

  • Fachpraktiker:in im Gastgewerbe
  • Fachpraktiker:in für Bäcker
  • Fachpraktiker:in Konditor:in
  • Fachpraktiker:in für Hauswirtschaft
  • Helfer:in in einer Küche oder Kantine
  • Koch / Köchin (reguläre Ausbildung – bei entsprechendem Leistungsstand möglich)

Gemeinsam kochen, damit andere genießen – Küche als Teamberuf

Als Fachpraktiker:in Küche bist du ein wichtiger Teil eines Teams, das jeden Tag dafür sorgt, dass Menschen gut und satt werden. Deine Arbeit ist lebendig, abwechslungsreich und von echtem Zusammenhalt geprägt – denn in der Küche funktioniert nichts alleine. Wenn du kochst gerne magst, Tempo nicht scheust und ein Beruf, bei dem alle zusammenarbeiten müssen, genau das Richtige für dich ist, dann ist die Ausbildung zur Fachpraktiker:in Küche ein leckerer und lohnender Start ins Berufsleben.



Egal welche Form hier steht – angesprochen bist Du, unabhängig von Geschlecht oder Identität. Nutze die Chancen, entdecke Deine Stärken und gestalte Deine berufliche Zukunft selbst.