Ausbildung

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Fachpraktiker:in Metallbau

Als Fachpraktiker:in Metallbau arbeitest du mit Metall – du hilfst dabei, Fenster, Türen, Tore, Geländer, Zäune und andere Metallkonstruktionen herzustellen und einzubauen. Du arbeitest in einer Werkstatt und auf Montagebaustellen und lernst, wie Metallteile bearbeitet, zusammengesetzt und befestigt werden. Dieser Beruf verbindet Werkstattarbeit mit Außeneinsatz und ist ideal für dich, wenn du Metall faszinierend findest, gerne mit Werkzeug hantierst und Freude daran hast, wenn aus Metallprofilen und -blechen etwas Stabiles und Funktionales entsteht. Die Ausbildung ist speziell auf Menschen zugeschnitten, die besondere Unterstützung beim Lernen benötigen, und begleitet dich Schritt für Schritt.

Dieser Beruf passt zu dir, wenn du …

  • Interesse an Metall, Werkzeug und handwerklicher Arbeit hast
  • sowohl in der Werkstatt als auch draußen auf Montage arbeiten möchtest
  • handwerklich geschickt und körperlich belastbar bist
  • in der Schule Technik, Physik oder Werken magst
  • sorgfältig und maßgenau vorgehst – Fenster und Türen müssen passen
  • gut im Team arbeitest und auf der Baustelle verlässlich bist
  • einen Beruf suchst, bei dem du täglich etwas Sichtbares und Dauerhaftes baust

Kernaufgabengebiete und Themen des Berufs

Der Metallbau – auch Metallbauer- oder Schlosserhandwerk genannt – befasst sich mit der Herstellung und Montage von Metallkonstruktionen für Gebäude und Außenanlagen. Als Fachpraktiker:in lernst du die grundlegenden Tätigkeiten in einer Metallbauwerkstatt und auf der Montagestelle. Ein zentrales Aufgabenfeld ist die Metallbearbeitung in der Werkstatt. Du lernst, wie Metallprofile und -bleche nach Zeichnung zugesägt, gebohrt, gefeilt und bearbeitet werden, wie Teile zusammengeschweißt oder verschraubt werden und wie fertige Bauteile auf Maßhaltigkeit geprüft werden. Du lernst außerdem, wie Oberflächen behandelt werden – zum Beispiel durch Entrosten, Schleifen oder Grundieren – damit Metall langlebig und rostgeschützt ist.

Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Montage beim Kunden. Du lernst, wie Fensterrahmen, Türen, Tore oder Geländer auf der Baustelle eingebaut und befestigt werden, wie man Rahmen ausrichtet, abdichtet und sichert und wie man Beschläge und Schlösser einbaut. Du lernst, wie man vor Ort Maße nimmt, wenn noch keine Fertigbauteile vorhanden sind, und wie man sich auf einer Baustelle sicher verhält.

Darüber hinaus lernst du, Werkzeuge und Maschinen richtig einzusetzen und zu pflegen, Schutzausrüstung konsequent zu tragen und einfache Qualitätsprüfungen durchzuführen. Je nach Betrieb arbeitest du im Bereich Stahlbau, Fensterbau, Toranlagen, Geländer und Treppen oder in der Fertigung von Betriebseinrichtungen wie Regalsystemen oder Maschinengestellen.

Soft Skills und Hard Skills

Es ist von Vorteil, wenn du einige der folgenden Fähigkeiten bereits mitbringst. Diese kannst du jedoch im Laufe der Ausbildung und deines Berufslebens weiter aufbauen und erweitern.

Wichtige Soft Skills

  • Sorgfalt und Maßgenauigkeit – Fenster und Türen müssen millimetergenau passen
  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit auf Baustelle und in der Werkstatt
  • Teamfähigkeit bei der Montage und in der Werkstatt
  • Sicherheitsbewusstsein beim Schweißen und auf Baustellen
  • Belastbarkeit bei körperlicher Arbeit, auch mit schweren Metallteilen

Wichtige Hard Skills

  • Handwerkliches Geschick im Umgang mit Metallbearbeitungswerkzeug
  • Grundkenntnisse im Messen und Lesen einfacher technischer Zeichnungen
  • Grundkenntnisse in Schweißtechnik (wird in der Ausbildung vermittelt)
  • Kenntnisse über Metallarten und Korrosionsschutz (wird in der Ausbildung vermittelt)
  • Kenntnisse in Arbeitssicherheit in Werkstatt und auf Baustellen (wird in der Ausbildung vermittelt)

Zugangsvoraussetzungen

Die Ausbildung zur Fachpraktiker:in Metallbau ist eine zweijährige Berufsausbildung nach § 66 Berufsbildungsgesetz (BBiG) und § 42r Handwerksordnung (HwO). Sie richtet sich an Menschen, die aufgrund einer Behinderung die reguläre Ausbildung zum:r Metallbauer:in (dreieinhalb Jahre) nicht oder nur mit erheblichen Schwierigkeiten absolvieren können. Einen bestimmten Schulabschluss brauchst du formal nicht – ein Förderschulabschluss oder ein einfacher Hauptschulabschluss reicht in der Regel aus. Körperliche Eignung ist wichtig: Du solltest in der Lage sein, schwere Metallteile zu heben und zu tragen, auf Baustellen zu arbeiten und körperlich aktiv zu sein. Ein Führerschein der Klasse B ist von Vorteil, da Montagefahrten zum Alltag gehören. Du bewirbst dich bei Metallbaubetrieben, Schlossereien, Fensterbauunternehmen oder Berufsbildungswerken, die diese Ausbildung anbieten. Die Berufsschule begleitet die Ausbildung fachlich und ist auf den Förderbereich ausgerichtet.

Typische Berufsfelder und Weiterbildungsmöglichkeiten

Nach der Ausbildung arbeitest du in Metallbaubetrieben und Schlossereien, bei Fensterbauunternehmen, in der Produktion von Toren und Absperrungen, bei Treppenbauern oder in Unternehmen der Betriebseinrichtung. Metallbaufachkräfte werden in nahezu jedem Bauvorhaben gebraucht – überall, wo Metall verbaut wird, sind sie gefragt.

Wer nach der Ausbildung mehr leisten möchte, hat die Möglichkeit, durch eine Externenprüfung oder Anrechnung von Ausbildungszeiten in Richtung der regulären Metallbauerausbildung weiterzugehen. Auch Weiterbildungen in Bereichen wie Schweißtechnik – mit DVS- oder EN ISO-Schweißerschein – oder Edelstahlverarbeitung sind wertvolle Qualifikationen. Die Agentur für Arbeit und das Integrationsamt helfen dabei, die richtigen Förderangebote zu finden.

Aufgaben im Berufsalltag

Dein Arbeitsalltag wechselt zwischen Werkstatt und Montagebaustelle. In der Werkstatt bearbeitest du Metallteile nach Zeichnung, schweißt Bauteile zusammen, bohrst, schleifst und grundierst Oberflächen. Du arbeitest konzentriert und maßgenau – jedes Maß muss stimmen, damit das Bauteil später auf der Baustelle passt. Auf der Montage fährst du mit dem Team zur Baustelle, trägst Bauteile ein, richtest sie aus, bohrst in Wände, befestigst Rahmen und bringst Beschläge an.

Du arbeitest körperlich und manchmal in schwierigen Positionen – auf Leitern, in engen Ecken oder bei schlechtem Wetter. Dafür siehst du am Ende einer Montage, was entstanden ist: ein neues Tor, ein Geländer auf einer Treppe, ein Fensterelement in einer frisch renovierten Fassade. Das ist ein handgreifliches Ergebnis, das du mit Stolz betrachten kannst.

Gehalt während der Ausbildung und danach

Während der zweijährigen Ausbildung erhältst du eine Ausbildungsvergütung, die je nach Betrieb und Tarif zwischen etwa 600 und 900 Euro brutto im Monat liegen kann. In Berufsbildungswerken oder sozialen Einrichtungen kann die Vergütung abweichen – informiere dich direkt beim Ausbildungsbetrieb. Nach der Ausbildung richtet sich dein Gehalt nach dem geltenden Tarif im Metallbauerhandwerk. Einsteiger:innen können mit einem Gehalt von etwa 2.000 bis 2.500 Euro brutto rechnen. Mit Schweißerscheinen und weiteren Qualifikationen steigt das Einkommenspotenzial deutlich. Menschen mit Schwerbehinderung haben Anspruch auf Förderungen und Nachteilsausgleiche – die Agentur für Arbeit und das Integrationsamt helfen dir, die passenden Unterstützungsangebote zu finden.

Alternative Berufe

  • Fachpraktiker:in Konstruktionsmechanik
  • Fachpraktiker:in für Industriemechanik
  • Fachpraktiker:in im Ausbaufachwerk
  • Fachpraktiker:in Hochbaufacharbeiter:in
  • Helfer:in in einem Metallbaubetrieb oder einer Schlosserei
  • Metallbauer:in (reguläre Ausbildung – bei entsprechendem Leistungsstand möglich)

Metall in Form – Metallbau als Handwerk zwischen Werkstatt und Baustelle

Als Fachpraktiker:in Metallbau arbeitest du in einem Beruf, der Werkzeug, Technik und Außeneinsatz verbindet. Du baust Dinge, die bleiben – Tore, Geländer, Fenster, Träger – und trägst damit zu Gebäuden bei, die Menschen täglich nutzen. Wenn du Metall magst, kräftig bist und einen Beruf suchst, der dir sowohl Werkstattarbeit als auch Arbeit draußen bietet, ist der Metallbau ein starker und dauerhafter Einstieg ins Handwerk.



Egal welche Form hier steht – angesprochen bist Du, unabhängig von Geschlecht oder Identität. Nutze die Chancen, entdecke Deine Stärken und gestalte Deine berufliche Zukunft selbst.