Ausbildung

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Fachpraktiker:in Pferdewirt:in

Als Fachpraktiker:in Pferdewirt:in arbeitest du täglich mit Pferden – du pflegst, versorgst und betreust sie, putzt sie, reitest mit ihnen oder führst sie und sorgst dafür, dass sie gesund, sauber und gut versorgt sind. Dieser Beruf ist für alle, die Pferde lieben und nicht einfach nur ein Hobby daraus machen, sondern wirklich mit ihnen arbeiten möchten. Er ist körperlich aktiv, naturverbunden und verbindet Tierpflege mit handwerklichen Aufgaben rund um den Stall. Die Ausbildung ist speziell auf Menschen zugeschnitten, die besondere Unterstützung beim Lernen benötigen, und begleitet dich Schritt für Schritt durch alle wichtigen Aufgaben rund ums Pferd.

Dieser Beruf passt zu dir, wenn du …

  • Pferde liebst und gerne täglich mit ihnen arbeitest
  • körperlich fit und belastbar bist – Stallarbeit ist anstrengend
  • auch früh morgens und am Wochenende zuverlässig bist – Pferde brauchen täglich Pflege
  • in der Schule Biologie, Sport oder Sachkunde magst
  • geduldig und ruhig bist – Pferde reagieren auf deine Stimmung
  • gut im Team arbeitest und auf einem Reitbetrieb mitzupacken bereit bist
  • einen Beruf suchst, der mitten in der Natur stattfindet und echte Tierliebe erfordert

Kernaufgabengebiete und Themen des Berufs

Die Arbeit als Pferdewirt:in dreht sich um die tägliche Versorgung, Pflege und Betreuung von Pferden. Als Fachpraktiker:in lernst du alle wichtigen Aufgaben, die auf einem Reit- oder Pferdebetrieb täglich anfallen. Ein zentrales Aufgabenfeld ist die Stallarbeit und Grundpflege der Pferde. Du lernst, Boxen auszumisten, einzustreuen und sauber zu halten, Pferde zu füttern – mit Heu, Kraftfutter und Wasser – und ihren Gesundheitszustand täglich zu beobachten. Du lernst, wie Pferde geputzt werden: Fell, Mähne, Schweif und Hufe reinigen sowie Hufe auskratzen und auf Schäden prüfen.

Ein weiterer wichtiger Bereich ist das Handling und die Bewegung der Pferde. Du lernst, Pferde sicher zu führen – am Halfter und an der Longe – und sie aus der Box zu holen, auf der Weide zu bringen und wieder einzustellen. Du lernst außerdem, wie Pferde korrekt aufgetrensst und gesattelt werden und wie man sie für das Reiten oder für den Unterricht vorbereitet. Je nach Betrieb lernst du auch die Grundlagen des Reitens – Schritt, Trab und Galopp in der Reithalle oder auf dem Außenplatz.

Im Bereich Stallmanagement lernst du, wie ein Pferdebetrieb organisiert ist, wie Futterpläne erstellt werden, wie Einstreu und Futter bestellt und gelagert werden und wie Geräte, Sattel und Zaumzeug gepflegt werden. Du lernst außerdem, wie man einfache tiergesundheitliche Aufgaben unterstützt – zum Beispiel beim Halten eines Pferdes für den Tierarzt – und wie man Notfälle erkennt und Hilfe ruft.

Soft Skills und Hard Skills

Es ist von Vorteil, wenn du einige der folgenden Fähigkeiten bereits mitbringst. Diese kannst du jedoch im Laufe der Ausbildung und deines Berufslebens weiter aufbauen und erweitern.

Wichtige Soft Skills

  • Tierliebe und Respekt gegenüber Pferden als sensiblen Lebewesen
  • Geduld und Ruhe – Pferde reagieren auf Nervosität und Hektik
  • Körperliche Belastbarkeit für schwere Stallarbeit bei jedem Wetter
  • Zuverlässigkeit – Pferde brauchen täglich Versorgung, auch am Wochenende und an Feiertagen
  • Teamfähigkeit auf dem Betrieb

Wichtige Hard Skills

  • Grundkenntnisse in Pferdepflege, Fütterung und Haltung (wird in der Ausbildung vermittelt)
  • Sicheres Handling von Pferden am Halfter und an der Longe
  • Kenntnisse in der Pflege von Sattel, Zaumzeug und Stallgeräten
  • Grundkenntnisse in Tiergesundheit und Erkennen von Auffälligkeiten
  • Grundkenntnisse im sicheren Umgang mit großen Tieren und Stallmaschinen

Zugangsvoraussetzungen

Die Ausbildung zur Fachpraktiker:in Pferdewirt:in ist eine zweijährige Berufsausbildung nach § 66 Berufsbildungsgesetz (BBiG). Sie richtet sich an Menschen, die aufgrund einer Behinderung die reguläre Ausbildung zum:r Pferdewirt:in (drei Jahre) nicht oder nur mit erheblichen Schwierigkeiten absolvieren können. Einen bestimmten Schulabschluss brauchst du formal nicht – ein Förderschulabschluss oder ein einfacher Hauptschulabschluss reicht in der Regel aus. Körperliche Eignung ist besonders wichtig: Du solltest gesund, kräftig und im Umgang mit großen Tieren sicher sein. Schwindelfrei sein und keine Pferdeallergien haben sind ebenfalls wichtige Voraussetzungen. Die Bereitschaft zum Frühdienst und zur Wochenendarbeit muss vorhanden sein – Pferde kennen keine Ausnahmen. Du bewirbst dich bei Reitbetrieben, Gestüten, Reitschulen, therapeutischen Reiteinrichtungen oder Berufsbildungswerken mit Pferdehaltung. Die Berufsschule begleitet die Ausbildung fachlich und ist auf den Förderbereich ausgerichtet.

Typische Berufsfelder und Weiterbildungsmöglichkeiten

Nach der Ausbildung arbeitest du auf Reit- und Zuchtbetrieben, in Reitschulen, auf Gestüten, in therapeutischen Reiteinrichtungen – etwa beim heilpädagogischen Reiten oder in der Hippotherapie –, in Pferdepensionen oder auf Betrieben, die Pferde für Freizeit und Sport halten. Pferdewirt:innen werden vor allem in ländlichen Regionen mit starker Pferdehaltung gesucht.

Wer nach der Ausbildung mehr leisten möchte, hat die Möglichkeit, durch eine Externenprüfung oder Anrechnung von Ausbildungszeiten in Richtung der regulären Pferdewirtausbildung weiterzugehen. Auch Weiterbildungen im Bereich Reitunterricht, Pferdetraining, Hufpflege oder therapeutisches Reiten sind mögliche nächste Schritte. Die Agentur für Arbeit und das Integrationsamt helfen dabei, die richtigen Förderangebote zu finden.

Aufgaben im Berufsalltag

Dein Arbeitsalltag beginnt früh – oft schon um sechs oder sieben Uhr morgens. Als erstes werden die Pferde gefüttert und getränkt, dann werden die Boxen ausgemistet und frisch eingestreut. Danach putzst du die Pferde – Fell, Mähne, Schweif, Hufe – und bereitest sie für den Tag vor: zum Reiten, für den Unterricht oder für den Ausritt auf der Weide. Im Laufe des Tages führst du Pferde aus, longierts sie, begleitest beim Reitunterricht und kümmerst dich um das Sattelzeug und die Stallausrüstung.

Abends kommen die Pferde wieder in ihre Boxen, werden ein letztes Mal gefüttert und kontrolliert. Du prüfst, ob alle Pferde gesund und ruhig sind, und meldest Auffälligkeiten an erfahrenere Kolleg:innen oder den Tierarzt. Der Arbeitsalltag ist körperlich fordernd, riecht nach Heu, Pferdeschweiß und frischer Luft – und das ist für viele Menschen in diesem Beruf genau das, was sie lieben.

Gehalt während der Ausbildung und danach

Während der zweijährigen Ausbildung erhältst du eine Ausbildungsvergütung, die je nach Betrieb zwischen etwa 400 und 700 Euro brutto im Monat liegen kann – Pferdebetriebe sind oft kleinere Familienbetriebe, die nicht immer an Tarife gebunden sind. In Berufsbildungswerken kann die Vergütung abweichen – informiere dich direkt beim Ausbildungsbetrieb. Nach der Ausbildung richtet sich dein Gehalt nach dem jeweiligen Betrieb. Einsteiger:innen können mit einem Gehalt von etwa 1.600 bis 2.000 Euro brutto rechnen. Manche Betriebe bieten zusätzlich Unterkunft oder Verpflegung an, was den realen Wert der Stelle erhöht. Menschen mit Schwerbehinderung haben Anspruch auf Förderungen und Nachteilsausgleiche – die Agentur für Arbeit und das Integrationsamt helfen dir, die passenden Unterstützungsangebote zu finden.

Alternative Berufe

  • Fachpraktiker:in Landwirt:in
  • Fachpraktiker:in im Gartenbau
  • Tierpfleger:in (mit entsprechender Ausbildung)
  • Helfer:in auf einem Reit- oder Pferdebetrieb
  • Beschäftigung in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung mit Tierhaltung oder Landwirtschaft
  • Pferdewirt:in (reguläre Ausbildung – bei entsprechendem Leistungsstand möglich)

Mit Pferden leben und arbeiten – ein Beruf aus Leidenschaft

Als Fachpraktiker:in Pferdewirt:in verwandelst du deine Leidenschaft in einen Beruf. Pferde sind sensible, kraftvolle Tiere, und wer mit ihnen arbeitet, braucht Respekt, Geduld und echte Tierliebe – nicht nur ein schönes Hobby. Wenn du bereit bist, früh aufzustehen, auch an Sonntagen zur Arbeit zu gehen und jeden Tag etwas für das Wohlbefinden dieser besonderen Tiere zu tun, ist die Ausbildung zur Fachpraktiker:in Pferdewirt:in ein wunderschöner und lohnender Weg ins Berufsleben.



Egal welche Form hier steht – angesprochen bist Du, unabhängig von Geschlecht oder Identität. Nutze die Chancen, entdecke Deine Stärken und gestalte Deine berufliche Zukunft selbst.