Studium
Literatur und Medien haben schon immer zusammengehört – vom handgeschriebenen Manuskript über den Buchdruck bis zum E-Book, vom Theatertext über den Kinofilm bis zur Netflix-Serie. Literaturwissenschaft und Medienkultur ist der Studiengang, der diese Verbindung ins Zentrum stellt: Er verbindet die wissenschaftliche Analyse literarischer Texte mit der Theorie und Geschichte der Medien – Buch, Film, Fernsehen, Radio, digitale Medien – und fragt, wie Medien Kultur, Gesellschaft und Wahrnehmung prägen. Es ist ein interdisziplinärer Studiengang, der literaturwissenschaftliche Methoden mit Medientheorie, Kulturgeschichte und Medienkritik verbindet – und damit eine Brücke schlägt zwischen klassischer Philologie und moderner Medienwissenschaft. Im Unterschied zu reiner Literaturwissenschaft – die stärker auf Textanalyse und Literaturgeschichte fokussiert – und zu Medienwissenschaft – die stärker auf Medienproduktion und -analyse ohne Literaturfokus ausgerichtet ist – ist Literaturwissenschaft und Medienkultur die Disziplin der kulturellen Bedeutungen in Texten und Medien zugleich. Es ist ein grundständiger Bachelor-Studiengang (B.A.), der an einzelnen deutschen Universitäten angeboten wird und in Berufsfelder in Medien, Kultur und Wissenschaft führt.
Literaturwissenschaft und Medienkultur wird als eigenständiger Bachelor-Studiengang (B.A.) an einer kleinen Zahl von Universitäten angeboten – besonders profiliert an der Universität Passau, die als eine der bekanntesten Adressen für diesen kombinierten Studiengang in Deutschland gilt. An anderen Universitäten finden sich ähnliche Kombinationen unter Namen wie Medienkulturwissenschaft, Literatur und Medien oder Kulturwissenschaft mit Literaturschwerpunkt. Die Regelstudienzeit beträgt sechs Semester. Das Studium ist interdisziplinär und kulturwissenschaftlich ausgerichtet – stärker anwendungsorientiert als reine Literaturwissenschaft, stärker textbasiert als reine Medienwissenschaft.
Das Studium verbindet literaturwissenschaftliche und medienwissenschaftliche Inhalte mit kulturtheoretischen Perspektiven. Literaturwissenschaft und Textanalyse zeigen Dir, wie literarische Texte – Romane, Gedichte, Dramen – methodisch analysiert und in ihren kulturellen Kontexten interpretiert werden. Medientheorie und Mediengeschichte zeigen Dir, wie Medien entstanden sind, wie sie sich verändert haben und welche gesellschaftlichen Wirkungen sie entfalten – von Gutenbergs Buchdruck über das Kino und das Fernsehen bis zu digitalen Netzwerken. Intermedialität ist ein Kernthema: Wie beeinflussen sich Literatur und Medien gegenseitig? Wie wird ein Roman zum Film, ein Theaterstück zur Serie, ein Gedicht zum Song? Kulturgeschichte und Kulturtheorie zeigen Dir, wie Kulturen durch Texte und Medien konstituiert, reproduziert und verändert werden. Filmwissenschaft und Filmanalyse zeigen Dir die Sprache des Films als eigenständiges Medium: Kamera, Schnitt, Narration und die Beziehung zwischen Literaturadaption und filmischer Eigenständigkeit. Digitale Medien und Netzkultur zeigen Dir, wie das Internet neue Formen des Schreibens, Erzählens und kulturellen Austauschs hervorgebracht hat. Medienethik und Medienkritik zeigen Dir, wie mediale Inhalte gesellschaftliche Normen, Werte und Machtverhältnisse transportieren und reproduzieren. Wissenschaftliches Schreiben und akademische Textproduktion sind Pflichtbestandteile.
Es ist von Vorteil, wenn Du einige der folgenden Fähigkeiten bereits mitbringst. Diese kannst Du jedoch im Laufe des Studiums und Deines Berufslebens weiter aufbauen und erweitern.
Für den Bachelor Literaturwissenschaft und Medienkultur wird die allgemeine Hochschulreife vorausgesetzt. Das Fach wird an einer kleinen Zahl von Universitäten angeboten. Der NC ist moderat. Ein Vorpraktikum ist keine formale Pflicht, aber erste Erfahrungen in Redaktionen, Verlagen, Kultureinrichtungen oder Medienunternehmen sind wertvoll und helfen bei der Berufsorientierung. Informiere Dich direkt bei der jeweiligen Universität – besonders der Universität Passau – über Studienstruktur und Anforderungen.
Absolvent:innen von Literaturwissenschaft und Medienkultur arbeiten in Berufsfeldern, in denen Textkompetenz, Medienwissen und kulturkritisches Denken zusammentreffen.
Im Journalismus und in Kulturredaktionen – bei Feuilletons, Literaturmagazinen, Kulturpodcasts oder Filmkritikorganen – schreibst und gestaltest Du kulturelle Inhalte für verschiedene Medien und Zielgruppen. Im Verlagswesen – als Lektor:in oder in der Programmredaktion – begleitest Du Bücher von der Idee bis zur Veröffentlichung. In Medienunternehmen und Streaming-Diensten – in der Dramaturgie, im Content Development oder im Projektmanagement – nutzt Du Dein literarisches und mediales Wissen für die Entwicklung von Inhalten. In Kulturinstitutionen – Literaturhäusern, Filmfestivals, Bibliotheken oder Kulturbehörden – arbeitest Du in der Programmgestaltung und Vermittlung. In der Unternehmenskommunikation und im Content Marketing bringst Du Textkompetenz und Medienwissen in strategische Kommunikationsaufgaben ein. In der Wissenschaft und Hochschullehre forschst Du zu literatur- und medienwissenschaftlichen Fragestellungen.
Das Gehalt variiert stark je nach Berufsfeld. Im Verlagswesen liegen die Einstiegsgehälter bei 26.000 bis 38.000 Euro. Im Journalismus zwischen 26.000 und 44.000 Euro je nach Medium. In Medienunternehmen sind 32.000 bis 48.000 Euro möglich. In der Unternehmenskommunikation 34.000 bis 50.000 Euro. In der Wissenschaft nach TVöD oder TV-L. Mit Berufserfahrung, Spezialisierung und Führungsverantwortung steigen die Gehälter in allen Feldern deutlich.
Literaturwissenschaft und Medienkultur ist das Studium für alle, die Bücher und Medien nicht als Gegensätze, sondern als zwei Seiten derselben kulturellen Medaille verstehen. Du lernst, Texte zu lesen und Medien zu analysieren – und zu verstehen, wie beide zusammen die Welt deuten, in der wir leben. Es ist ein interdisziplinäres, kulturkritisches Studium für alle, die Bedeutungen entschlüsseln wollen – in Romanen und in Netflix-Serien, in Gedichten und in viralen Videos.
