Ausbildung
Als Musiktherapeut:in setzt du Musik gezielt ein, um Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen. Du arbeitest mit Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen, die beispielsweise psychische, körperliche oder neurologische Herausforderungen haben. Der Beruf verbindet musikalisches Können mit therapeutischem Fachwissen und Einfühlungsvermögen.
Musiktherapeut:innen planen und gestalten therapeutische Sitzungen mit musikalischen Mitteln. Du arbeitest mit Instrumenten, Gesang, Rhythmus oder Klangexperimenten. Ziel ist es, emotionale Ausdrucksmöglichkeiten zu fördern, Spannungen abzubauen oder soziale Kompetenzen zu stärken.
Du entwickelst individuelle Therapiepläne, dokumentierst den Verlauf und arbeitest häufig im interdisziplinären Team mit Ärzt:innen, Psycholog:innen oder Pädagog:innen zusammen. Je nach Arbeitsfeld kann Musiktherapie bei psychischen Erkrankungen, Entwicklungsstörungen, Demenz oder nach traumatischen Erfahrungen eingesetzt werden.
Es ist von Vorteil, wenn du einige der folgenden Fähigkeiten bereits mitbringst. Diese entwickelst und vertiefst du im Laufe deines Studiums und deiner Berufspraxis weiter.
Der Beruf wird in der Regel über ein Studium im Bereich Musiktherapie erlernt. Voraussetzung ist meist die Hochschulreife sowie eine bestandene Eignungsprüfung, bei der musikalische Fähigkeiten überprüft werden. Praktische Erfahrungen im sozialen oder pädagogischen Bereich sind hilfreich. Je nach Bundesland und Arbeitsfeld können zusätzliche Anerkennungen erforderlich sein.
Musiktherapeut:innen arbeiten in Kliniken, Rehabilitationszentren, psychotherapeutischen Praxen, Fördereinrichtungen oder Altenheimen. Auch eine selbstständige Tätigkeit ist möglich.
Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen in speziellen Therapieformen oder Zielgruppen, beispielsweise in der Arbeit mit Kindern, Menschen mit Behinderung oder in der Traumatherapie. Mit Berufserfahrung kannst du Leitungsaufgaben übernehmen oder dich wissenschaftlich weiterqualifizieren.
Dein Berufsalltag besteht aus Einzel- oder Gruppensitzungen. Du leitest musikalische Übungen an, improvisierst gemeinsam mit Klient:innen und beobachtest deren Reaktionen. Dabei steht nicht musikalische Perfektion im Vordergrund, sondern der Ausdruck von Gefühlen und Erfahrungen.
Nach den Sitzungen dokumentierst du Beobachtungen und stimmst dich mit anderen Fachkräften ab. Der Beruf erfordert hohe emotionale Kompetenz und professionelle Distanz.
Während eines dualen Studiums erhältst du – je nach Träger – eine Vergütung zwischen etwa 900 und 1.200 Euro brutto im Monat. Nach dem Berufseinstieg liegt das Gehalt häufig zwischen 3.000 und 3.800 Euro brutto monatlich im Angestelltenverhältnis. In leitender Position oder bei selbstständiger Tätigkeit sind höhere Einkommen möglich.
Als Musiktherapeut:in nutzt du Musik als therapeutisches Mittel, um Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung zu unterstützen. Wenn du musikalisches Talent mit sozialem Engagement verbinden möchtest, bietet dir dieser Beruf eine verantwortungsvolle und sinnstiftende Perspektive.