Ausbildung

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Polizeivollzugsbeamt:in (mittlerer nichttechnischer Dienst)

Als Polizeivollzugsbeamt:in bist du jeden Tag da, wo es darauf ankommt. Du schützt Menschen, sicherst Beweise, greifst bei Straftaten ein und bist Ansprechperson für Bürger:innen in allen möglichen Lagen – vom Verkehrsunfall bis zum Einbruch, von der Demonstration bis zum medizinischen Notfall. Der Polizeiberuf ist einer der bekanntesten und gesellschaftlich bedeutsamsten Berufe im öffentlichen Dienst überhaupt. Er verlangt Mut, Empathie, Belastbarkeit und Teamgeist – und bietet dafür einen Beruf mit echter Wirkung, klarer Struktur und langfristiger Sicherheit.

Dieser Beruf passt zu dir, wenn du …

  • Interesse an Recht, Sicherheit und dem Schutz von Menschen hast
  • körperlich fit bist und körperliche Herausforderungen nicht scheust
  • ruhig und besonnen bleibst, auch in stressigen oder gefährlichen Situationen
  • in der Schule Sozialkunde, Sport, Deutsch oder Recht magst
  • gerne im Team arbeitest und Verantwortung für andere übernimmst
  • ein starkes Gerechtigkeitsgefühl und ein Bekenntnis zum Rechtsstaat mitbringst
  • einen abwechslungsreichen Beruf suchst, der nie Routine wird

Kernaufgabengebiete und Themen des Berufs

Der Polizeivollzugsdienst gliedert sich in verschiedene Bereiche, die sich in ihren Aufgaben und ihrem Alltag deutlich voneinander unterscheiden. Der größte Teil der Beamt:innen ist im Schutz- und Streifendienst tätig. Du fährst Streife – zu Fuß, im Fahrzeug oder auf dem Fahrrad – bist die erste Instanz bei Einsätzen aller Art und sicherst Orte, Personen und Beweismittel. Du nimmst Anzeigen auf, schllichtest Streitigkeiten, führt Personenkontrollen durch und bist Ansprechpartner:in für alle Bürger:innen, die Hilfe benötigen.

Ein weiteres zentrales Tätigkeitsfeld ist die Verkehrsüberwachung und -kontrolle. Du überwachst den Straßenverkehr, kontrollierst Fahrzeuge und Fahrzeugführer:innen, nimmst Unfälle auf und leitest Sofortmaßnahmen ein. Dabei trägst du zur Sicherheit auf deutschen Straßen bei und bist regelmäßig mit den Folgen von Unfällen – manchmal schwerwiegenden – konfrontiert.

Im Bereich der Strafverfolgung arbeitest du eng mit der Kriminalpolizei zusammen. Du sicherst Tatorte, nimmst erste Zeugenaussagen auf, führst vorläufige Festnahmen durch und übergibst Fälle an spezialisierte Ermittler:innen. Je nach Bundesland und Karriereentwicklung kannst du auch in den Kriminaldienst wechseln oder dich bei spezialisierten Einheiten – etwa der Bereitschaftspolizei, dem SEK oder dem Verkehrsdienst – bewerben.

Soft Skills und Hard Skills

Es ist von Vorteil, wenn du einige der folgenden Fähigkeiten bereits mitbringst. Diese kannst du jedoch im Laufe der Ausbildung und deines Berufslebens weiter aufbauen und erweitern.

Wichtige Soft Skills

  • Besonnenheit und Entscheidungssicherheit unter Druck
  • Empathie und Menschenkenntnis
  • Kommunikationsfähigkeit in unterschiedlichsten Situationen
  • Teamfähigkeit und gegenseitiges Vertrauen
  • Durchsetzungsvermögen und Konfliktfähigkeit
  • Emotionale Belastbarkeit und Resilienz

Wichtige Hard Skills

  • Grundkenntnisse im Straf-, Strafprozess- und Polizeirecht (wird in der Ausbildung vermittelt)
  • Körperliche Fitness und Selbstverteidigungsfähigkeiten
  • Sicherer Umgang mit Dienstwaffe und Einsatzmitteln
  • Schriftliche Ausdrucksfähigkeit für Berichte, Protokolle und Anzeigen
  • Erste-Hilfe-Kenntnisse
  • Fahrerlaubnis Klasse B – in der Ausbildung oft erworben oder Voraussetzung

Zugangsvoraussetzungen

Die Zugangsvoraussetzungen für den mittleren Polizeivollzugsdienst variieren je nach Bundesland und ob du dich bei der Landespolizei oder der Bundespolizei bewirbst. In der Regel wird ein mittlerer Schulabschluss vorausgesetzt – einige Bundesländer verlangen mittlerweile jedoch die Fachhochschulreife oder das Abitur für alle Laufbahnen. Die deutsche Staatsangehörigkeit oder die eines EU-Mitgliedsstaats ist erforderlich, wobei die Bundespolizei die deutsche Staatsangehörigkeit zwingend verlangt. Du musst ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis vorweisen, gesundheitlich und körperlich geeignet sein und einen Sporttest sowie einen polizeilichen Eignungstest bestehen. Letzterer umfasst je nach Behörde Rechtschreibung, Konzentrationsfähigkeit, logisches Denken und einen mündlichen Teil. Eine Sicherheitsüberprüfung ist ebenfalls verpflichtend. Das Mindestalter liegt in der Regel bei 16 oder 17 Jahren, das Höchstalter meist bei 28 bis 30 Jahren – je nach Bundesland. Der Vorbereitungsdienst dauert in der Regel zweieinhalb bis drei Jahre.

Typische Berufsfelder und Weiterbildungsmöglichkeiten

Als Polizeivollzugsbeamt:in im mittleren Dienst arbeitest du bei der Landespolizei deines Bundeslandes oder bei der Bundespolizei. Die Landespolizei ist für die allgemeine Gefahrenabwehr und Strafverfolgung zuständig, während die Bundespolizei schwerpunktmäßig an Grenzen, Bahnhöfen, Flughäfen und beim Schutz von Bundesbehörden eingesetzt ist. Beide bieten nach der Ausbildung ein breites Spektrum an Spezialisierungsmöglichkeiten.

Mit wachsender Erfahrung kannst du dich für spezialisierte Einheiten bewerben – etwa die Bereitschaftspolizei, den Verkehrsdienst, die Wasserschutzpolizei, die Reiterstaffel, Diensthundestaffeln oder – nach weiterer Qualifikation – den Kriminaldienst. Der Aufstieg in den gehobenen Polizeivollzugsdienst ist über ein duales Polizeistudium möglich, das je nach Bundesland an Polizeihochschulen oder Fachhochschulen für öffentliche Verwaltung angeboten wird. Viele Bundesländer ermöglichen auch internen Aufstieg ohne vorheriges Studium über Qualifizierungslehrgänge.

Aufgaben im Berufsalltag

Dein Berufsalltag ist von Unvorhersehbarkeit geprägt – kein Dienst ist wie der andere. Du beginnst deinen Schichtdienst mit einer Lagebesprechung, übernimmst dein Fahrzeug und deine Ausrüstung und gehst auf Streife. Einsätze können jederzeit über Funk eingehen: ein häuslicher Streit, ein Verkehrsunfall, ein Einbruchsalarm, eine hilflose Person auf der Straße. Du reagierst schnell, bewertest die Lage, handelst und dokumentierst anschließend alles in einem Einsatzbericht.

Zwischen den Einsätzen kontrollierst du Fahrzeuge und Personen, bist auf Fußstreife in bestimmten Bereichen sichtbar präsent und bearbeitest am Schreibtisch Anzeigen, Berichte und Protokolle. Der Schichtdienst bedeutet Arbeit zu jeder Tages- und Nachtzeit, an Wochenenden und Feiertagen. Das belastet, aber es verbindet auch – die Kollegialität und der Zusammenhalt in Polizeidienststellen sind oft sehr stark ausgeprägt.

Gehalt während der Ausbildung und danach

Während des Vorbereitungsdienstes erhältst du eine Anwärtervergütung, die je nach Bundesland zwischen etwa 1.100 und 1.500 Euro brutto im Monat liegt – viele Bundesländer zahlen für den Polizeidienst überdurchschnittlich hohe Anwärterbezüge. Nach der Laufbahnprüfung und der Übernahme als Beamt:in auf Probe richtet sich dein Gehalt nach dem jeweiligen Landes- oder Bundesbesoldungsgesetz. Im mittleren Polizeivollzugsdienst startest du in der Regel in der Besoldungsgruppe A7 oder A8, was einem Grundgehalt von circa 2.500 bis 2.900 Euro brutto entspricht. Hinzu kommen Schichtzulagen, Gefahrenzulagen und – bei bestimmten Einsätzen – weitere Erschwerniszulagen, die das Einkommen spürbar erhöhen. Familienzuschläge, Beihilfe im Krankheitsfall und die Beamtenpension runden das Gesamtpaket ab.

Alternative Berufe

  • Beamt:in im Justizvollzugsdienst (mittlerer Dienst)
  • Beamt:in beim Zolldienst (mittlerer Dienst)
  • Beamt:in beim Verfassungsschutz (mittlerer Dienst)
  • Soldat:in der Bundeswehr
  • Fachkraft für Schutz und Sicherheit
  • Beamt:in beim Bundeskriminalamt – BKA (mittlerer Dienst)

Mehr als ein Job – eine Haltung

Polizeivollzugsbeamt:in zu werden bedeutet nicht nur, einen Beruf zu ergreifen – es bedeutet, sich für den Schutz anderer Menschen zu entscheiden. Du wirst mit schwierigen Situationen konfrontiert sein, aber auch täglich erleben, wie dein Handeln direkte Wirkung hat. Wenn du körperlich und mental bereit bist, Verantwortung zu tragen, für Gerechtigkeit einzutreten und als Teil eines starken Teams zu arbeiten, ist der Polizeidienst eine der bedeutungsvollsten Berufsentscheidungen, die du treffen kannst.



Egal welche Form hier steht – angesprochen bist Du, unabhängig von Geschlecht oder Identität. Nutze die Chancen, entdecke Deine Stärken und gestalte Deine berufliche Zukunft selbst.