Ausbildung
Als Böttcher:in (auch Küfer:in genannt) stellst du Fässer, Bottiche und andere Holzbehälter her oder reparierst sie. Deine Arbeit ist wichtig für Branchen wie Weinbau, Brauereien, Lebensmittelherstellung und Chemie. Der Beruf verbindet traditionelles Handwerk mit moderner Technik und passt zu dir, wenn du gerne mit Holz arbeitest und präzise, langlebige Produkte herstellen möchtest.
Böttcher:innen fertigen Holzfässer aus einzelnen Dauben, die exakt zugeschnitten, gebogen und zusammengefügt werden. Du arbeitest mit verschiedenen Holzarten wie Eiche, bearbeitest diese mit Handwerkzeugen und Maschinen und formst daraus stabile, dichte Behälter. Dabei ist höchste Präzision gefragt, damit Fässer dicht sind und ihre Funktion erfüllen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Instandhaltung. Du reparierst beschädigte Fässer, erneuerst Böden oder Reifen und reinigst sowie prüfst Behälter. Je nach Betrieb arbeitest du eng mit Winzer:innen, Brauer:innen oder Lebensmittelbetrieben zusammen und berätst zur richtigen Nutzung und Pflege der Fässer.
Es ist von Vorteil, wenn du einige der folgenden Fähigkeiten bereits mitbringst. Diese kannst du jedoch im Laufe der Ausbildung und deines Berufslebens weiter aufbauen und erweitern.
Für die Ausbildung als Böttcher:in ist kein bestimmter Schulabschluss gesetzlich vorgeschrieben. In der Praxis erwarten Betriebe häufig einen Haupt- oder mittleren Schulabschluss. Wichtig sind handwerkliches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen und Interesse an Holzverarbeitung. Die Ausbildung ist dual und findet im Betrieb sowie in der Berufsschule statt.
Nach der Ausbildung arbeitest du in Böttchereien, bei Weingütern, Brauereien, Lebensmittelbetrieben oder in der Industrie. Auch Tätigkeiten in der Restaurierung historischer Holzfässer sind möglich.
Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es zum Beispiel als Böttchermeister:in, durch Spezialisierungen auf Wein- oder Bierfässer oder durch den Schritt in die Selbstständigkeit. Mit Erfahrung kannst du auch ausbilden oder beratend tätig sein.
Dein Berufsalltag besteht aus dem Zuschneiden und Formen von Holz, dem Zusammensetzen von Fässern, dem Anbringen von Reifen sowie der Prüfung auf Dichtigkeit. Auch Reparatur-, Reinigungs- und Wartungsarbeiten gehören dazu. Du arbeitest sowohl manuell als auch mit Maschinen.
Während der Ausbildung liegt die Vergütung meist zwischen 700 und 1.000 Euro brutto im Monat. Nach der Ausbildung kannst du mit einem Einstiegsgehalt von etwa 2.300 bis 3.300 Euro brutto im Monat rechnen. Mit Meistertitel oder Spezialisierung sind höhere Einkommen möglich.
Der Beruf Böttcher:in verbindet traditionelles Holzhandwerk mit moderner Nutzung in Wein-, Bier- und Lebensmittelkultur. Wenn du gerne mit Holz arbeitest, präzise Produkte herstellst und ein seltenes Handwerk erlernen möchtest, bietet dir dieser Beruf besondere und zukunftsfähige Perspektiven.