Hebammenwissenschaft (Bachelor of Science (B.Sc.) – 240 LP)

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Infos

Art: Studium

Schulabschluss: ohne Abschluss

Dauer: 8 Semester

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Allgemeine Informationen

Studienabschluss Bachelor of Science (B.Sc.)
Umfang 240 LP
Regelstudienzeit 8 Semester
Studienbeginn nur Wintersemester
Studienform Direktstudium, Vollzeitstudium, praxisintegrierend
Hauptunterrichtssprache Deutsch
Zulassungsbeschränkung zulassungsbeschränkt (Uni-NC)
Studieren ohne Hochschulreife ja (Details)
Fachspezifische Zulassungsvoraussetzungen ja (Details)
Fakultät Medizinische Fakultät
Institut Institut für Gesundheits-, Hebammen- und Pflegewissenschaften
Akkreditierung akkreditiert

Charakteristik und Ziele

Hebammen begleiten und betreuen als Gesundheitsfachpersonen Frauen und ihre Familien in der gesamten Phase des Elternwerdens – von der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit bzw. zum Ende des ersten Lebensjahrs des Kindes – und leisten Hilfe bei der Geburt. Das Studium B.Sc. Hebammenwissenschaft 240 LP qualifiziert dazu. Das duale Studienangebot (erste Immatrikulation 2021) führt sowohl zum akademischen Bachelorabschluss als auch zur staatlichen Berufszulassung als Hebamme.

Vermittelt werden Kompetenzen

  • in der selbstständigen und evidenzbasierten Förderung und Leitung physiologischer Prozesse während Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit,
  • im Erkennen von Risiken und Regelwidrigkeiten bei der Frau und dem Kind,
  • in der wissenschaftsbasierten Planung, Organisation, Durchführung, Steuerung und Evaluation auch von hochkomplexen Betreuungsprozessen unter Berücksichtigung von Wirtschaftlichkeit, Effektivität, Qualität, Gesundheitsförderung und Prävention,
  • in der Förderung der Selbstständigkeit der betreuten Frauen und Wahrung ihres Rechts auf Selbstbestimmung unter Einbezug ihrer Lebenssituation, ihrer biographischen Erfahrungen sowie von Diversitätsaspekten,
  • in der personen- und situationsorientierten Kommunikation während des Betreuungsprozesses,
  • in der verantwortlichen Gestaltung des intra- und interprofessionellen Handelns in unterschiedlichen systemischen Kontexten und
  • in der Reflexion und Begründung des eigenen Handelns unter Berücksichtigung der berufsethischen Werthaltungen.

Der Studiengang bietet aufgrund eines hervorragenden Betreuungsverhältnisses von Studierenden zu Dozierenden exzellente Studienbedingungen.

Die Studierenden lernen teilweise gemeinsam mit Pflege- und Medizinstudierenden (sowohl theoretisch als auch praktisch), um Wertschätzung füreinander und für die Bedeutung des interprofessionellen Arbeitens zu vermitteln. Der Erwerb von praktischen Fertigkeiten und Kompetenzen erfolgt unter Supervision einer Praxisanleitung, um das Hebammen-Handeln fallbezogen und evidenzbasiert zu planen, zu gestalten, zu steuern und zu evaluieren.

Berufsperspektiven

Der Studiengang macht Sie fit für den Hebammenberuf, also die selbstständige fachliche Begleitung und Betreuung sowie Gesundheitsförderung von schwangeren Frauen, Gebärenden, Wöchnerinnen und Müttern mit ihren Säuglingen.

Ihre Optionen:

  • Tätigkeit als angestellte Hebamme in einem hebammengeleiteten oder ärztlich geleiteten Kreißsaal
  • Tätigkeit als angestellte Hebamme auf einer Mutter-Kind-Station
  • Tätigkeit als freiberufliche Hebamme, z. B. in der Schwangerenvorsorge und -beratung, der Geburtsvorbereitung, der Leitung von Haus- oder Geburtshausgeburten, der Wochenbettbetreuung, der Stillberatung, auch als Begleit-Beleghebamme, als Einzel-Unternehmerin oder im Team

Bestandteil des Studiengangs ist auch die Vermittlung berufspädagogischer Inhalte im Umfang von mindestens 100 Stunden (theoretische und praxisbezogene Inhalte), welche eine der Voraussetzungen für die spätere Betätigung als Praxisanleiterin bzw. Praxisanleiter ist.

Außerdem qualifiziert der Bachelorabschluss für weiterführende Studiengänge, insbesondere für den Masterstudiengang Gesundheits- und Pflegewissenschaften an der Uni Halle oder andere interprofessionelle Masterstudiengänge für Gesundheitsfachberufe.

Akkreditierung

Der Bachelor-Studiengang Hebammenwissenschaft 240 LP ist akkreditiert. Weiterführende Informationen dazu finden Sie auf der Internetseite des Akkreditierungsrats.

Struktur des Studiums

Der Studiengang verknüpft über den Verlauf von 8 Semestern einen hochschulischen Ausbildungsteil (ca. 4.900 Stunden) an der Martin-Luther-Universität und einen praktischen Ausbildungsteil (ca. 2.300 Stunden) am Universitätsklinikum Halle oder dem Universitätsklinikum Magdeburg sowie mit deren weiteren Kooperationspartnern (z. B. freiberuflich tätige Hebammen).

Der Studiengang beinhaltet ausschließlich Pflichtmodule. Den Abschluss bilden eine Bachelorarbeit und ihre Verteidigung (Abschlussmodul), aber auch eine staatliche Prüfung.

Was sind Module? Was sind Leistungspunkte (LP)? Eine „erstsemestertaugliche“ Erläuterung zum Studienaufbau finden Studienanfänger*innen in unserem Welcome-Portal.

Studieninhalt

Die folgende Tabelle zeigt die Bestandteile des Studiums als Übersicht (alternativ: PDF). Die Semesterangaben sind hierbei unverbindliche Empfehlungen.

Darüber hinaus beschreibt das Modulhandbuch (aktuelle Fassung) Lehrinhalte, Lernziele, Umfang und Leistungen der Module detailliert. Rechtliche Basis dafür ist die Studien- und Prüfungsordnung.

ModulbezeichnungLPempf. Sem.
Medizinische Grundlagen I101.
Grundlagen der Hebammentätigkeit I51.
Wissenschaftliches Schreiben und Präsentieren (ASQ-Modul)51.
Fachpraxis51.
Hebammenpraxis: Grundlagen der Betreuung101.u.2.
Medizinische Grundlagen II52.
Grundlagen der Hebammentätigkeit II52.
Evidenzbasierte Praxis I52.
Die Hebamme und das multiprofessionelle Team52.
Reproduktive Zeit: Fachkenntnis, Diagnostik und Beratung52.
Theoretische Grundlagen der Gesundheits- und Hebammenwissenschaft53.
Gesundheitsdidaktik (ASQ-Modul)53.
Ethik und Geschichte53.
Hebammenhandeln in der Schwangerschaft53.
Hebammenhandeln bei der Geburt I53.
Hebammenpraxis: Physiologische Schwangerschaft, Geburt und postpartale Zeit103.u.4.
Evidenzbasierte Praxis II54.
Pädagogik und Entwicklungspsychologie54.
Hebammenhandeln im Wochenbett54.
Hebammenhandeln in der Säuglingszeit54.
Hebammenhandeln bei der Geburt II54.
Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie55.
Qualitätsmanagement55.
Hebammen und vulnerable Familien55.
Familiengesundheit, Frühe Hilfen und Kinderschutz55.
Hebammenpraxis: Familie und Interprofessionalität105.
Gesundheit und Gesundheitsförderung56.
Zivil- und Sozialrecht56.
Case Management56.
Hebammenhandeln: ambulante Betreuungsprozesse56.u.7.
Hebammenpraxis: Freiberufliche Tätigkeit206.u.7.
Abschlussmodul (Bachelorarbeit)107.u.8.
Hebammenhandeln bei Besonderheiten in der Schwangerschaft107.u.8.
Hebammenhandeln bei Besonderheiten der Geburt107.u.8.
Hebammenhandeln bei Besonderheiten in der postpartalen Zeit108.
Hebammenpraxis:Besondere Schwangerschaft, Geburt und postpartale Zeit108.

An den Lehrveranstaltungen und Praxiseinsätzen ist regelmäßig und mit Erfolg teilzunehmen.

Wissenschaftliches Schreiben und Präsentieren sowie Gesundheitsdidaktik sind (obligatorische) Module aus dem Bereich der Allgemeinen Schlüsselqualifikationen.

Studienabschluss

Der Studiengang Hebammenwissenschaft führt zu zwei Abschlüssen: Die Studierenden erwerben nicht nur den akademischen Grad „Bachelor of Science“, sondern legen auch eine umfangreiche staatliche Prüfung im 7. und 8. Semester ab. Letztere besteht aus einem schriftlichen, mündlichen und praktischen Prüfungsteil. Bei erfolgreichem Abschluss wird die Berufsbezeichnung „Hebamme“ erworben.

Praktika

Der praktische Ausbildungsteil erfolgt in verschiedenen Praxisorten:

Bitte informieren Sie sich über die Links schon vorab über die Geburtshilfe an unseren Kooperationskliniken. Die Zusammenarbeit mit weiteren Kliniken für Praxiseinsätze ist in Planung.

Der praktische Ausbildungsteil im Umfang von ca. 2.300 Stunden erfolgt in der vorlesungsfreien Zeit. Der Großteil hiervon entfällt auf die Ausbildung im Kreißsaal einer der beiden Universitätskliniken oder weiteren Kooperationskliniken in Sachsen-Anhalt. Weitere Praxiseinsätze in Kliniken sind auf der Wochenbettstation geplant, aber auch zu einem kleinen Teil auf der Neonatologie und der Gynäkologie.

Studierende begleiten außerdem freiberuflich tätige Hebammen bei der ambulanten gesundheitlichen Versorgung – nach eigens gewähltem Schwerpunkt während der Schwangerschaft, bei Haus- oder Geburtshaus-Geburten und bei der aufsuchenden häuslichen Betreuung im Wochenbett und während der Stillzeit.

Während der Praxiseinsätze werden Studierende durch „Praxisanleiterinnen“ in den zu erlernenden Tätigkeiten angeleitet – unterstützt von den hebammenwissenschaftlichen Hochschuldozentinnen.

Zulassungsvoraussetzungen

Voraussetzung für die Zulassung ist entwedereine anerkannte Hochschulzugangsberechtigung (in der Regel Abitur) odereiner dieser anerkannten Berufsabschlüsse (mit Angabe der Noten):

  • Gesundheits- und Krankenschwester/-pfleger
  • Gesundheits- und Kinderkrankenschwester/-pfleger
  • Pflegefachfrau/Pflegefachmann
  • für die allgemeine Pflege verantwortliche/r Krankenschwester/-pfleger nach den Mindestanforderungen der Europäischen Union

Wichtig:

Wer bereits die Ausbildung zur Hebamme vollständig durchlaufen hat (bestanden bzw. endgültig nicht bestanden), kann nicht für Hebammenwissenschaft zugelassen werden.

Vorpraktikum

Ebenfalls zwingend erforderlich ist ein Vorpraktikum. Dieses liefert je nach Ort und Dauer Punkte für dasAuswahlverfahren (siehe Tabelle). Faustregel: Je länger, desto besser, mindestens vier Wochen, Splittung möglich. Am meisten Punkte (nämlich 20) gibt es, wenn in mindestens 6 Wochen sowohl Praktikumsanteile im Kreißsaal einer Klinik als auch in einem anderen Bereich (Schwangeren-/Wochenstation, Hebammenpraxis, Geburtshaus, …) abgeleistet werden.

Dokumente für den Ausbildungsvertrag

Erfolgreiche Studienbewerber*innen werden nach der Immatrikulation vom Universitätsklinikum Halle (Saale) bzw. vom Universitätsklinikum Magdeburg kontaktiert. Für den dort abgeschlossenen Ausbildungsvertrag muss ein erweitertes Führungszeugnis und eine ärztliche Bestätigung der gesundheitlichen Eignung vorgelegt werden.

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