Lernbehindertenpädagogik / Sprachbehindertenpädagogik (Erstes Staatsexamen Lehramt an Förderschulen – 30/30 LP)

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Infos

Art: Studium

Bereich: Bildung und Forschung

Schulabschluss: ohne Abschluss

Dauer: 9 Semester

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Allgemeine Informationen

Studienabschluss Erstes Staatsexamen Lehramt an Förderschulen
Umfang 30/30 LP
Regelstudienzeit 9 Semester
Studienbeginn nur Wintersemester
Studienform Direktstudium, Vollzeitstudium
Hauptunterrichtssprache Deutsch
Zulassungsbeschränkung zulassungsfrei (ohne NC)
Studieren ohne Hochschulreife ja (Details)
Fachspezifische Zulassungsvoraussetzungen nein
Fakultät Zentrum für Lehrer*innenbildung

Charakteristik und Ziele

Die Angaben auf dieser Seite beziehen sich nur auf die gewählte förderpädagogische Fachrichtungskombination – die insgesamt nur ein Viertel des Studiums für das Lehramt an Förderschulen ausmacht. Informieren Sie sich daher zusätzlich über die allgemeinen und weiteren „Bausteine“. Nur zusammen ergibt sich ein Gesamtbild über Ihr Studium und den Weg ins Berufsleben als Förderschullehrer*in.

Lernen ist nicht leicht und viele Kinder benötigen spezielle Förderungen und ganz besondere individuelle Unterstützung. Dafür sind ausgebildete Lehrkräfte erforderlich, die mit den Handicaps ihrer Schüler umgehen können.
Die Ausbildung zur Lehrerin/ zum Lehrer an Förderschulen erfolgt in zwei Phasen: ein Studium, das mit der Ersten Staatsprüfung abschließt, dann folgt der Vorbereitungsdienst mit der Zweiten Staatsprüfung.

Das Besondere in Halle: Das Lehramtstudium wird mit einem Staatsexamen abgeschlossen. Das Studium ist ebenso wie die Bachelor- und Masterstudiengänge modularisiert.

Wenn Sie sich für das "Lehramt an Förderschulen " entscheiden, studieren Sie zwei förderpädagogische Fachrichtungen, deren Kombinationsmöglichkeiten wie folgt vorgegeben sind:

  • Geistigbehindertenpädagogik – Körperbehindertenpädagogik
  • Geistigbehindertenpädagogik – Verhaltensgestörtenpädagogik
  • Lernbehindertenpädagogik – Sprachbehindertenpädagogik
  • Lernbehindertenpädagogik – Verhaltensgestörtenpädagogik
  • Sprachbehindertenpädagogik – Körperbehindertenpädagogik

Außerdem können Sie sich für das Studium eines Sekundarschulfaches oder zweier Grundschulfächer entscheiden. Die Liste der möglichen Unterrichtsfächer finden Sie im Studienangebot unter Lehramt an Förderschulen.

Lernbehindertenpädagogik

Studierende dieser Fachrichtung beschäftigen sich u.a. mit folgenden Themen:

  • Historischer Exkurs zur Entwicklung der Hilfsschulpädagogik/ Lernbehindertenpädagogik

  • Disziplin- und Professionsentwicklung in Abhängigkeit von politischen Systemen und bildungspolitischen Grundüberzeugungen

  • Überblick über unterschiedliche Ansätze der Hilfsschulpädagogik/ Lernbehindertenpädagogik

  • Theoretische Ansätze für Sozialstrukturanalysen, zur sozialen Wahrnehmung und Kommunikation

  • Gesetzliche Grundlagen für "Chancengleichheit"

  • Kindertypische strukturelle Armut

  • Soziale Herkunft und "soziale Benachteiligung"

  • Individuelle Beeinträchtigungen, Lebensstile und Subkulturen als Aspekte "sozialer Ausgrenzung"

  • Aspekte sozialer Ungleichheit in schulischen Bildungszusammenhängen,  beruflicher Ausbildung und Erwerbsarbeit

  • Präventions- und Interventionsansätze mit dem Anspruch "sozialer Benachteiligung" entgegen zu wirken

  • Analyse von Lehr- und Lernkonzepten aus Perspektive förderpädagogischer und integrativer Orientierungen

  • Merkmale förderpädagogischer Professionalität und professioneller Entwicklung in Relation zu unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern

  • Reflexion eigener und fremder Praxis

Sprachbehindertenpädagogik

Studierende dieser Fachrichtung beschäftigen sich u.a. mit folgenden Themen:

  • Anatomische, neurophysiologische und neuropsychologische Grundlagen des Sprechens, Hörens, der Sprachverarbeitung und Sprachproduktion

  • Vermittlung von Kompetenzen zur Diagnostik und Therapie von Störungen im  Bereich der Grammatik und der Semantik

  • Planung und Durchführung von sprachtherapeutischen Maßnahmen

  • Grundlagen Phonetik und Phonologie

  • Diagnostik von Störungen im Bereich des Sprechens

  • Planung und Durchführung von Prävention und sprachtherapeutischen Maßnahmen

Spezifische Arbeitsschwerpunkte können z.B. sein: 

  • Störungen des Schluckaktes  (Dysphagie), der  Stimme, des  Redeflusses, der Stimm- und Sprechfunktion (z.B. bei Lippen-, Kiefer-, Gaumen-Segelspalten),  der  Sprache  (z.B. bei  geistiger  Behinderung, Körperbehinderung, Mehrfachbehinderung, Schwerhörigkeit, Taubheit oder nach Cochlea-Implantat-Versorgung; beim  Erwerb  der  Schriftsprache), der Sprache nach Abschluss der Sprachentwicklung  (z.B. nach Schädel-Hirntraumen, Infektionen, kindlicher Aphasie usw.), der Sprechmotorik (z.B. bei Dysarthrophonie, Sprechapraxie)

  • Einsatz von spezifischer Soft- und Hardware in der Sprachtherapie

  • Grundlagen und häufige Störungen der Sprachentwicklung

  • Besonderheiten beim Zweitspracherwerb unter Migrationsbedingungen
  • Sprache, Sprechen, Kommunikation im Kontext von Menschen ohne (verständliche) Lautsprache

  • Grundlagen der Unterstützten Kommunikation

  • Technische Hilfsmittel für Kommunikationsgeräte (Einführung in Kommunikationstechnologien)

Struktur des Studiums

Aufbau des Studiums

Bildungswissenschaften – 30 LP
(Pädagogik und Pädagogische Psychologie)
Allg. Rehabilitations- und Integrationspädagogik – 20 LP
Rehabilitationspädagogische Psychologie – 15 LP
Förderpädagogische Fachrichtung I – 30 LP
Förderpädagogische Fachrichtung II – 30 LP
Übergreifende Fachrichtungsmodule – 20 LP
zwei Grundschulfächer - 45 + 35 LP
(Fachwissenschaft und Fachdidaktik)
oder
ein Sekundarschulfach - 80 LP
(Fachwissenschaft und Fachdidaktik)
Schulpraktika­ – 15 LP
Schlüsselqualifikationsmodul für Lehrer/innen: Kommunikation, Heterogenität und Inklusion (LSQ-Modul) – 5 LP
Wissenschaftliche Hausarbeit­ – 15 LP
Abschlussprüfung­ – 10 LP
Modularisierung des Studiums

Die Lehramtsstudiengänge werden in Form von Modulen angeboten. Ein Modul besteht aus mehreren Lehrveranstaltungen (Vorlesungen, Seminaren, Übungen, Praktika etc.), die eine thematische Einheit bilden, zeitlich und inhaltlich aufeinander abgestimmt sind, klar definierte Anforderungen haben und nach Bestehen aller Modulprüfungen/ Modulteilprüfungen die Vergabe von Leistungspunkten (LP) vorsehen. Modulprüfungen finden studienbegleitend statt, bestimmte Module fließen mit einer Gewichtung von insgesamt 60% in die jeweilige Fachnote des Ersten Staatsexamens ein.

Leistungspunkte (LP) / ECTS

ECTS (European Credit Transfer and Accumulation System) ist ein Leistungspunktesystem zur Anrechnung von Studienleistungen, um diese einheitlich zu bewerten.
Leistungspunkte geben den gesamten Lernaufwand der Studierenden wieder und umfassen somit den Zeitaufwand für den unmittelbaren Präsenz-Unterricht, für die Vor- und Nachbereitung des Lehrstoffes und den Prüfungsaufwand.
Das Studium für das Lehramt an Förderschulen umfasst eine Gesamtanzahl von 270 Leistungspunkten, bei der Wahl der Sekundarschulfächer Kunsterziehung oder Musik300 Leistungspunkten.

Studieninhalt

Die Angaben auf dieser Seite beziehen sich nur auf die gewählte förderpädagogische Fachrichtungskombination – die insgesamt nur ein Viertel des Studiums für das Lehramt an Förderschulen ausmacht. Informieren Sie sich daher zusätzlich über die allgemeinen und weiteren „Bausteine“. Nur zusammen ergibt sich ein Gesamtbild über Ihr Studium und den Weg ins Berufsleben als Förderschullehrer*in.

Fachrichtung Lernbehindertenpädagogik

Studierende dieser Fachrichtung beschäftigen sich u. a. mit folgenden Themen:

  • Historischer Exkurs zur Entwicklung der Hilfsschulpädagogik/ Lernbehindertenpädagogik
  • Disziplin- und Professionsentwicklung in Abhängigkeit von politischen Systemen und bildungspolitischen Grundüberzeugungen
  • Überblick über unterschiedliche Ansätze der Hilfsschulpädagogik/ Lernbehindertenpädagogik
  • Theoretische Ansätze für Sozialstrukturanalysen, zur sozialen Wahrnehmung und Kommunikation
  • Gesetzliche Grundlagen für "Chancengleichheit"
  • Kindertypische strukturelle Armut
  • Soziale Herkunft und "soziale Benachteiligung"
  • Individuelle Beeinträchtigungen, Lebensstile und Subkulturen als Aspekte "sozialer Ausgrenzung"
  • Aspekte sozialer Ungleichheit in schulischen Bildungszusammenhängen,  beruflicher Ausbildung und Erwerbsarbeit
  • Präventions- und Interventionsansätze mit dem Anspruch "sozialer Benachteiligung" entgegen zu wirken
  • Analyse von Lehr- und Lernkonzepten aus Perspektive förderpädagogischer und integrativer Orientierungen
  • Merkmale förderpädagogischer Professionalität und professioneller Entwicklung in Relation zu unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern
  • Reflexion eigener und fremder Praxis

Modulübersicht Lernbehindertenpädagogik

(gesamt: 30 Leistungspunkte)

LPempf.
Sem.
Einführung in die Lernbehindertenpädagogik: Theoretische Perspektiven unter besonderer Beachtung sozialer Ungleichheiten in Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen10ab 1./2.
Unterstützende Pädagogik in unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Handlungsfeldern10ab 3.
Reflexion von Schulpraxis – Schulpraktische Übungen (SPÜ) Lernbehindertenpädagogik5ab 5.
Theoretische Aspekte innerhalb pädagogischer und didaktischer Diskurse, bezogen auf den sonderpädagogischen Fördeschwerpunkt Lernen5ab 7.

Fachrichtung Sprachbehindertenpädagogik

Studierende dieser Fachrichtung beschäftigen sich u. a. mit folgenden Themen:

  • Anatomische, neurophysiologische und neuropsychologische Grundlagen des Sprechens, Hörens, der Sprachverarbeitung und Sprachproduktion
  • Vermittlung von Kompetenzen zur Diagnostik und Therapie von Störungen im  Bereich der Grammatik und der Semantik
  • Planung und Durchführung von sprachtherapeutischen Maßnahmen
  • Grundlagen Phonetik und Phonologie
  • Diagnostik von Störungen im Bereich des Sprechens
  • Planung und Durchführung von Prävention und sprachtherapeutischen Maßnahmen

Spezifische Arbeitsschwerpunkte können z. B. sein: 

  • Störungen des Schluckaktes (Dysphagie), der Stimme, des Redeflusses, der Stimm- und Sprechfunktion (z. B. bei Lippen-, Kiefer-, Gaumen-Segelspalten), der Sprache (z. B. bei  geistiger  Behinderung, Körperbehinderung, Mehrfachbehinderung, Schwerhörigkeit, Taubheit oder nach Cochlea-Implantat-Versorgung; beim Erwerb der Schriftsprache), der Sprache nach Abschluss der Sprachentwicklung  (z. B. nach Schädel-Hirntraumen, Infektionen, kindlicher Aphasie usw.), der Sprechmotorik (z. B. bei Dysarthrophonie, Sprechapraxie)
  • Einsatz von spezifischer Soft- und Hardware in der Sprachtherapie
  • Grundlagen und häufige Störungen der Sprachentwicklung
  • Besonderheiten beim Zweitspracherwerb unter Migrationsbedingungen
  • Sprache, Sprechen, Kommunikation im Kontext von Menschen ohne (verständliche) Lautsprache
  • Grundlagen der Unterstützten Kommunikation
  • Technische Hilfsmittel für Kommunikationsgeräte (Einführung in Kommunikationstechnologien)

Modulübersicht Sprachbehindertenpädagogik

(gesamt: 30 Leistungspunkte)

LPempf.
Sem.
Interdisziplinäre Grundlagen der Sprachfähigkeit 5ab 1.
Kompetenzen im Bereich Sprechen5ab 2.
Kompetenzen im Bereich Sprache (Grammatik und Lexik/Semantik)10ab 3./4.
Spezielle Arbeitsschwerpunkte in der Sprachbehindertenpädagogik5ab 4.
Reflexion von Schulpraxis – Schulpraktische Übungen (SPÜ) Sprachbehindertenpädagogik5ab 5.

Praktika

Schulpraktika gliedern sich in

  • ein zweiwöchiges Orientierungspraktikum innerhalb des Moduls I: Einführung in die Grundlagen von Pädagogik im Rahmen der Bildungswissenschaften
  • schulpraktische Übungen in den rehabilitationspädagogischen Fachrichtungen und dem Unterrichtsfach der Sekundarschule im Rahmen der Fachdidaktik
  • zwei Schulpraktika in den rehabilitationspädagogischen Fachrichtungen und ein förderdiagnostisches Praktikum mit einem Studienumfang von 15 LP
  • ein Sozialpraktikum
  • ein förderdiagnostisches Praktikum

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