Lernbehindertenpädagogik / Verhaltensgestörtenpädagogik (Erstes Staatsexamen Lehramt an Förderschulen – 30/30 LP)

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Infos

Art: Studium

Bereich: Bildung und Forschung

Schulabschluss: ohne Abschluss

Dauer: 9 Semester

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Allgemeine Informationen

Studienabschluss Erstes Staatsexamen Lehramt an Förderschulen
Umfang 30/30 LP
Regelstudienzeit 9 Semester
Studienbeginn nur Wintersemester
Studienform Direktstudium, Vollzeitstudium
Hauptunterrichtssprache Deutsch
Zulassungsbeschränkung zulassungsfrei (ohne NC)
Studieren ohne Hochschulreife ja (Details)
Fachspezifische Zulassungsvoraussetzungen nein
Fakultät Zentrum für Lehrer*innenbildung

Charakteristik und Ziele

Lernbehindertenpädagogik

Studierende dieser Fachrichtung beschäftigen sich u.a. mit folgenden Themen:

  • Historischer Exkurs zur Entwicklung der Hilfsschulpädagogik/ Lernbehindertenpädagogik

  • Disziplin- und Professionsentwicklung in Abhängigkeit von politischen Systemen und bildungspolitischen Grundüberzeugungen

  • Überblick über unterschiedliche Ansätze der Hilfsschulpädagogik/ Lernbehindertenpädagogik

  • Theoretische Ansätze für Sozialstrukturanalysen, zur sozialen Wahrnehmung und Kommunikation

  • Gesetzliche Grundlagen für "Chancengleichheit"

  • Kindertypische strukturelle Armut

  • Soziale Herkunft und "soziale Benachteiligung"

  • Individuelle Beeinträchtigungen, Lebensstile und Subkulturen als Aspekte "sozialer Ausgrenzung"

  • Aspekte sozialer Ungleichheit in schulischen Bildungszusammenhängen,  beruflicher Ausbildung und Erwerbsarbeit

  • Präventions- und Interventionsansätze mit dem Anspruch "sozialer Benachteiligung" entgegen zu wirken

  • Analyse von Lehr- und Lernkonzepten aus Perspektive förderpädagogischer und integrativer Orientierungen

  • Merkmale förderpädagogischer Professionalität und professioneller Entwicklung in Relation zu unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern

  • Reflexion eigener und fremder Praxis

Verhaltensgestörtenpädagogik

Studierende dieser Fachrichtung beschäftigen sich u.a. mit folgenden Themen:

  • Einblicke in theologische, moralische, medizinische, psychologische und  soziologische Erklärungsansätze von Gefühls- und Verhaltensstörungen bei Kindern

  • Überblick über die theoretische Fundierung und praktische Umsetzung von  Präventions-  und Interventionsmöglichkeiten im Arbeitsfeld der Verhaltensgestörtenpädagogik

  • Einblick in die institutionellen Strukturen und rechtlichen Grundlagen in diesem Arbeitsfeld

  • Zusammenfassung des entwicklungspsychologischen Kenntnisstandes zur Entstehung von Gefühls- und Verhaltensstörungen (z.B. Deprivation, Bindungstheorie, Resilienz)

  • Diagnose und Klassifikation von Gefühls- und Verhaltensstörungen (internationale Klassifikationssysteme psychischer Störungen)

  • Zusammenfassung wesentlicher Ergebnisse der Schul- und Unterrichtsforschung in ihrer Bedeutung für die schulische Erziehungshilfe

  • Prävention von Gefühls- und Verhaltensstörungen in schulischen Handlungsfeldern (schulische Integration)

  • Überblick über das Zusammenwirken von Pädagogik und therapeutischen Angeboten

  • Erarbeitung von Beispielen pädagogisch-therapeutischen Arbeitens

  • Analyse von Krisensituationen und möglichen Interventionsformen

  • Überblick über die außerschulischen Handlungsfelder in der Verhaltensgestörtenpädagogik

  • Empirische Analyse von Fällen einschließlich theoretischer Reflexion

  • Systematik, Aufbau und Erarbeitung von Unterrichtsstunden für Kinder und  Jugendliche mit Verhaltensproblemen

  • Professionelle Reflexion und videogestützte Selbstbeobachtung in Praxissituationen

  • Einblick in schwierige Lebenslagen für kindliche Entwicklung

  • Überblick über die wichtigsten didaktischen und pädagogischen Arbeitsansätze in der schulischen Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Gefühls- und Verhaltensstörungen

Struktur des Studiums

Aufbau des Studiums

Bildungswissenschaften – 30 LP
(Pädagogik und Pädagogische Psychologie)
Allg. Rehabilitations- und Integrationspädagogik – 20 LP
Rehabilitationspädagogische Psychologie – 15 LP
Förderpädagogische Fachrichtung I – 30 LP
Förderpädagogische Fachrichtung II – 30 LP
Übergreifende Fachrichtungsmodule – 20 LP
zwei Grundschulfächer - 45 + 35 LP
(Fachwissenschaft und Fachdidaktik)
oder
ein Sekundarschulfach - 80 LP
(Fachwissenschaft und Fachdidaktik)
Schulpraktika­ – 15 LP
Schlüsselqualifikationsmodul für Lehrer/innen: Kommunikation, Heterogenität und Inklusion (LSQ-Modul) – 5 LP
Wissenschaftliche Hausarbeit­ – 15 LP
Abschlussprüfung­ – 10 LP
Modularisierung des Studiums

Die Lehramtsstudiengänge werden in Form von Modulen angeboten. Ein Modul besteht aus mehreren Lehrveranstaltungen (Vorlesungen, Seminaren, Übungen, Praktika etc.), die eine thematische Einheit bilden, zeitlich und inhaltlich aufeinander abgestimmt sind, klar definierte Anforderungen haben und nach Bestehen aller Modulprüfungen/ Modulteilprüfungen die Vergabe von Leistungspunkten (LP) vorsehen. Modulprüfungen finden studienbegleitend statt, bestimmte Module fließen mit einer Gewichtung von insgesamt 60% in die jeweilige Fachnote des Ersten Staatsexamens ein.

Leistungspunkte (LP) / ECTS

ECTS (European Credit Transfer and Accumulation System) ist ein Leistungspunktesystem zur Anrechnung von Studienleistungen, um diese einheitlich zu bewerten.
Leistungspunkte geben den gesamten Lernaufwand der Studierenden wieder und umfassen somit den Zeitaufwand für den unmittelbaren Präsenz-Unterricht, für die Vor- und Nachbereitung des Lehrstoffes und den Prüfungsaufwand.
Das Studium für das Lehramt an Förderschulen umfasst eine Gesamtanzahl von 270 Leistungspunkten, bei der Wahl der Sekundarschulfächer Kunsterziehung oder Musik300 Leistungspunkten.

Studieninhalt

Die Angaben auf dieser Seite beziehen sich nur auf die gewählte förderpädagogische Fachrichtungskombination – die insgesamt nur ein Viertel des Studiums für das Lehramt an Förderschulen ausmacht. Informieren Sie sich daher zusätzlich über die allgemeinen und weiteren „Bausteine“. Nur zusammen ergibt sich ein Gesamtbild über Ihr Studium und den Weg ins Berufsleben als Förderschullehrer*in.

Fachrichtung Lernbehindertenpädagogik

Studierende dieser Fachrichtung beschäftigen sich u. a. mit folgenden Themen:

  • Historischer Exkurs zur Entwicklung der Hilfsschulpädagogik/ Lernbehindertenpädagogik
  • Disziplin- und Professionsentwicklung in Abhängigkeit von politischen Systemen und bildungspolitischen Grundüberzeugungen
  • Überblick über unterschiedliche Ansätze der Hilfsschulpädagogik/ Lernbehindertenpädagogik
  • Theoretische Ansätze für Sozialstrukturanalysen, zur sozialen Wahrnehmung und Kommunikation
  • Gesetzliche Grundlagen für "Chancengleichheit"
  • Kindertypische strukturelle Armut
  • Soziale Herkunft und "soziale Benachteiligung"
  • Individuelle Beeinträchtigungen, Lebensstile und Subkulturen als Aspekte "sozialer Ausgrenzung"
  • Aspekte sozialer Ungleichheit in schulischen Bildungszusammenhängen,  beruflicher Ausbildung und Erwerbsarbeit
  • Präventions- und Interventionsansätze mit dem Anspruch "sozialer Benachteiligung" entgegen zu wirken
  • Analyse von Lehr- und Lernkonzepten aus Perspektive förderpädagogischer und integrativer Orientierungen
  • Merkmale förderpädagogischer Professionalität und professioneller Entwicklung in Relation zu unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern
  • Reflexion eigener und fremder Praxis

Modulübersicht Lernbehindertenpädagogik

(gesamt: 30 Leistungspunkte)

LPempf.
Sem.
Einführung in die Lernbehindertenpädagogik: Theoretische Perspektiven unter besonderer Beachtung sozialer Ungleichheiten in Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen10ab 1./2.
Unterstützende Pädagogik in unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Handlungsfeldern10ab 3.
Reflexion von Schulpraxis – Schulpraktische Übungen (SPÜ) Lernbehindertenpädagogik5ab 5.
Theoretische Aspekte innerhalb pädagogischer und didaktischer Diskurse, bezogen auf den sonderpädagogischen Fördeschwerpunkt Lernen5ab 7.

Fachrichtung Verhaltensgestörtenpädagogik

Studierende dieser Fachrichtung beschäftigen sich u. a. mit folgenden Themen:

  • Einblicke in theologische, moralische, medizinische, psychologische und  soziologische Erklärungsansätze von Gefühls- und Verhaltensstörungen bei Kindern
  • Überblick über die theoretische Fundierung und praktische Umsetzung von  Präventions-  und Interventionsmöglichkeiten im Arbeitsfeld der Verhaltensgestörtenpädagogik
  • Einblick in die institutionellen Strukturen und rechtlichen Grundlagen in diesem Arbeitsfeld
  • Zusammenfassung des entwicklungspsychologischen Kenntnisstandes zur Entstehung von Gefühls- und Verhaltensstörungen (z.B. Deprivation, Bindungstheorie, Resilienz)
  • Diagnose und Klassifikation von Gefühls- und Verhaltensstörungen (internationale Klassifikationssysteme psychischer Störungen)
  • Zusammenfassung wesentlicher Ergebnisse der Schul- und Unterrichtsforschung in ihrer Bedeutung für die schulische Erziehungshilfe
  • Prävention von Gefühls- und Verhaltensstörungen in schulischen Handlungsfeldern (schulische Integration)
  • Überblick über das Zusammenwirken von Pädagogik und therapeutischen Angeboten
  • Erarbeitung von Beispielen pädagogisch-therapeutischen Arbeitens
  • Analyse von Krisensituationen und möglichen Interventionsformen
  • Überblick über die außerschulischen Handlungsfelder in der Verhaltensgestörtenpädagogik
  • Empirische Analyse von Fällen einschließlich theoretischer Reflexion
  • Systematik, Aufbau und Erarbeitung von Unterrichtsstunden für Kinder und  Jugendliche mit Verhaltensproblemen
  • Professionelle Reflexion und videogestützte Selbstbeobachtung in Praxissituationen
  • Einblick in schwierige Lebenslagen für kindliche Entwicklung
  • Überblick über die wichtigsten didaktischen und pädagogischen Arbeitsansätze in der schulischen Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Gefühls- und Verhaltensstörungen

Modulübersicht Verhaltensgestörtenpädagogik (gesamt: 30 Leistungspunkte)

LPempf.
Sem.
Einführung in die Pädagogik bei Gefühls- und Verhaltensstörungen10ab 1./2.
Pädagogische Handlungsfelder in der Verhaltensgestörtenpädagogik5ab 3.
Spezielle Fragestellungen der Verhaltensgestörtenpädagogik5ab 3.
Reflexion von Schulpraxis – Schulpraktische Übungen (SPÜ) Verhaltensgestörtenpädagogik5ab 4.
Pädagogisch-therapeutische Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Gefühls- und Verhaltensstörungen5ab 5.

Praktika

Schulpraktika gliedern sich in

  • ein zweiwöchiges Orientierungspraktikum innerhalb des Moduls I: Einführung in die Grundlagen von Pädagogik im Rahmen der Bildungswissenschaften
  • schulpraktische Übungen in den rehabilitationspädagogischen Fachrichtungen und dem Unterrichtsfach der Sekundarschule im Rahmen der Fachdidaktik
  • zwei Schulpraktika in den rehabilitationspädagogischen Fachrichtungen und ein förderdiagnostisches Praktikum mit einem Studienumfang von 15 LP
  • ein Sozialpraktikum
  • ein förderdiagnostisches Praktikum

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